Der Ex-Chefaufseher für die Versicherer arbeitet nun im Finanzministerium.
BONN - Thomas Steffen, der Versicherungsaufsichtschef bei der Bafin, hat die Behörde zum 1. Oktober verlassen. Bis Steffens Nachfolger gefunden wird, hat Bafin-Präsident Jochen Sanio dessen Aufgaben kommissarisch übernommen. Das bestätigte ein Bafin-Sprecher auf Anfrage.
Steffen hat die Bafin verlassen, um die Leitung der Europa-Abteilung im Bundesfinanzministerium (BMF) zu übernehmen. Auf die Frage, warum diese wichtige Personalie nicht offiziell kommuniziert werde, sagte der Sprecher: "Es handelt sich um eine interne Angelegenheit, und dafür ist das BMF zuständig." Wann ein Nachfolger gefunden werde, sei noch nicht bekannt, ergänzte er.
Während Steffen als ausgewiesener Experte für Versicherungen gilt - er kennt sich bestens mit Solvency II aus - ist Sanio vor allem als Bankenaufseher bekannt. Es ist ihm bisher gelungen, einen Teil der Bankenaufsicht bei der Bafin zu behalten (siehe auch dazu einen Kommentar).
Die Bafin reguliert deutsche Versicherer sowie drei Arten von Altersvorsorgeeinrichtungen: Pensionskassen, Direktversicherungen und Pensionsfonds. Wie die Versicherungen unterliegen Pensionskassen und Direktversicherungen bestimmten Anlagerestriktionen - beispielsweise einer maximalen Quote für Aktien von 35 Prozent. Pensionsfonds unterliegen nicht den gleichen Anlagenrestriktionen. Unter der Voraussetzung, dass die Anlage breit gestreut ist, kann ein Pensionsfonds zum Beispiel mehr als 35 Prozent seines Vermögens in Aktien investieren.
Wie portfolio institutionell berichtete, muss die Bafin die Versicherungs- und die Pensionsaufsicht in Deutschland in Zukunft mit dem neuen europäischen Pendant EIOPA teilen, das Anfang Januar die Arbeit aufnimmt. Die tägliche Aufsichtsarbeit liegt weiter bei nationalen Kontrolleuren wie der Bafin in Deutschland. In Ausnahmenfällen wie einer Finanzkrise hat EIOPA aber das letzte Wort (siehe Meldung).
Die weiteren Chefaufseher der Bafin sind Karl-Burkhard Caspari (Wertpapieraufsicht/Asset Management), Sabine Lautenschläger (Banken) und Michael Sell (Innere Verwaltung).
portfolio institutionell newsflash 10.11.2010/jan/rko




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