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19.05.2010

Towers-Berater ist auch Vorstand beim RWE-Pensionsfonds

Reiner Schwinger

Reiner Schwinger

Laut Branchenexperten ist Reiner Schwingers Tätigkeit nichts Ungewöhnliches.

ESSEN - Reiner Schwinger, Partner beim Pensionsberater Towers Watson, ist gleichzeitig auch Vorstand beim RWE-Pensionsfonds, einer Einrichtung, die Towers Watson betreut. Dies sagte ein RWE-Sprecher und bestätigte damit eine Recherche von portfolio institutionell.

"Der Pensionsfonds muss einen Aktuar im Vorstand haben. Dafür haben wir Herrn Schwinger gewählt", sagte der Sprecher zur Begründung. "Wir sind aber durchaus für andere Berater offen und beschäftigen für diesen Bereich auch RRB (eine Tochter von Mercer, Anm. d. Red.) ."

Der RWE-Pensionsfonds wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen und hält derzeit ein Anlagevermögen von knapp sechs Milliarden Euro (siehe auch frühere Meldung). Rauser Towers Perrin (RTP), wie der heutige Pensionsberater Towers Watson vor der Fusion von Watson Wyatt und Towers Perrin Mitte 2009 hieß, hatte RWE bei der Gründung des Pensionsfonds beraten.

Der Sprecher bezeichnete Schwingers Rolle als Teilzeitjob: "Es gibt im Jahr vielleicht sechs bis acht Treffen. Und wenn ein anderer Berater als Towers Watson dem Pensionsfonds seine Dienstleistungen vorstellen möchte, ist Herr Schwinger natürlich nicht dabei. Das geht nicht."

Schwinger ergänzte: "Interessenskonflikte entstehen keine, da Beratungsleistungen nicht durch den Pensionsfonds, sondern durch die RWE AG eingekauft werden." Und weiter: "Die Übernahme von Mandaten im Rahmen von unternehmensspezifischen Aufsichtsgremien für das Pension Management ist eine gängige nationale wie internationale Marktpraxis. Sie entspricht auch grundsätzlich den Governance-Richtlinien von Towers Watson."

Branchenexperten sind auch der Auffassung, dass Schwingers Vorstandsjob nichts Ungewöhnliches ist. Sie weisen darauf hin, dass viele Pensionseinrichtungen, vor allem kleinere Pensionskassen, die entsprechende Fachkompetenz benötigen, und die gibt es eben bei den Pensionsberatern. Ein weiterer wichtiger Vorteil sei die Tatsache, dass der Berater als Vorstand einer Pensionseinrichtung persönlich für die Prozesse haftet.

Die Experten räumten aber auch ein, dass Schwingers Verhältnis zu RWE für die Außenwirkung problematisch sein kann. "Wenn ein Konkurrent feststellt, dass der Berater den Pensionsfonds nicht nur betreut, sondern auch in dessen Vorstand sitzt, wird er sich fragen, ob er überhaupt eine Chance hat", sagte ein hochrangiger bAV-Vertreter zu portfolio institutionell.

portfolio institutionell newsflash 19.05.2010/jan/kbe

 
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