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11.08.2010

Überbetriebliche Höchster Pensionskasse verdient etwas weniger

Industriepark Höchst: Sitz der HPK

Industriepark Höchst: Sitz der HPK

Die Einrichtung blieb trotz der Aktienhausse im Jahr 2009 defensiv.

FRANKFURT - Trotz der Aktienhausse im vergangenen Jahr blieben die Höchster Pensionskassen (HPK) defensiv aufgestellt, was bei der neuen Kasse zu einem leichten Rückgang der Nettorendite führte.

Die alte HPK versichert Mitarbeiter des ehemaligen Höchst-Konzerns (heute Sanofi-Aventis) und hält ein Vermögen von rund sechs Milliarden Euro. Die neue HPK wurde 1998 als überbetriebliche Kasse gegründet. Ende 2009 betrug ihr Vermögen 567 Millionen Euro.

Im Jahr 2007 verkaufte die neue HPK ihre gesamten Aktienbestände, die seinerzeit drei Prozent des Vermögens ausmachten. Dies erwies sich als vorausschauend, weil die Aktienmärkte im nächsten Jahr stark einbrachen (siehe auch frühere Meldung).

Da aber die neue Kasse auch im Jahr 2009 dem Aktienmarkt fernblieb, ging die Hausse völlig an ihr vorbei. Für das vergangene Jahr wies sie eine Nettorendite von 4,61 Prozent aus und damit 0,10 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Trotz des Rückgangs zeigte sich die neue HPK mit ihrer Performance zufrieden. "Die Kapitalanlagepolitik der Pensionskasse hat sich bei nachhaltigem Wachstum, einem Niedrigzinsumfeld und volatilen Kapitalmärkten erfolgreich bewährt", hieß es im aktuellen Geschäftsbericht. Ende 2009 war die neue HPK zu 75 Prozent ihres Vermögens in Anleihen investiert, zwölf Prozent in Hypothekendarlehen, knapp sechs Prozent in Grundstücke und 7,2 Prozent in Cash.

Im Gespräch mit portfolio institutionell ergänzte Joachim Schwind, Vorstandschef der HPK: "Wir sind an stetigen Erträgen aus unseren Kapitalanlagen interessiert und wollen bilanzielle Volatilitäten vermeiden. Wir fühlen uns auch gut aufgehoben mit unseren Immobiliendirektanlagen und wir sind dabei, diese Quote weiter in Richtung zehn Prozent auszubauen." Schwind nannte auch Unternehmensanleihen als ein Beispiel für zukünftige Investments zur weiteren Diversifizierung der bestehenden Kapitalanlage.

Wie aus dem HPK-Geschäftsbericht weiter hervorgeht, stieg die Nettorendite der alten HPK leicht an, und zwar von 4,12 Prozent Ende 2008 auf 4,5 Prozent Ende 2009. Diese Kasse hält noch einen geringen Anteil an Aktien, nicht genannten Investmentanteilen und Beteiligungen. Dieser Anteil wurde etwas reduziert und betrug Ende vergangenen Jahres 2,2 Prozent des Vermögens. Dabei wurden Abgangsverluste von 3,2 Millionen Euro realisiert. Im festverzinslichen Bereich war die alte Kasse etwas mehr als die neue investiert (83 Prozent). Ansonsten hielt sie 7,2 Prozent in Grundstücken, 4,4 Prozent in Hypothekendarlehen und knapp zwei Prozent in Cash.

Auch bei der alten Kasse ist laut Schwind künftig eine Erhöhung der Immobilienquote - die Ende 2009 bei 7,2 % lag - geplant. Beide Kassen investieren direkt in Objekte wie Büros, Handelsimmobilien und Seniorenanlagen.

Im Hinblick auf den Versicherungsbestand dürfte die alte HPK bei der Anlage äußerst konservativ bleiben. 2009 wurde die Zahl der aktiven Pensionsversicherungen durch die Schließung oder Umstellung von Versorgungssystemen der Trägerunternehmen um 5,2 Prozent auf 39.647 reduziert. "Der Rückgang des Bestands an ordentlichen Mitgliedern wird sich voraussichtlich künftig fortsetzen", hieß es im Geschäftsbericht. Insgesamt hat die Pensionskasse knapp 57.000 Anwärter und knapp 50.000 Leistungsempfänger.

Die neue HPK wiederum verfügt mittlerweile über 108.000 Anwärter aus der chemischen Industrie, der Metall- und Elektroindustrie sowie aus dem Handel. Die Zahl der Leistungsempfänger beträgt lediglich rund 2.600 Ihre sehr defensive Anlagestrategie ist daher sehr ungewöhnlich. Dazu erklärte die neue Kasse: "Neben den Grundsätzen der Rentabilität, der angemessenen Mischung und Streuung steht die Sicherheit jedes Engagements an erster Stelle."

portfolio institutionell newsflash 11.08.2010/jan/kbe

 
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