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17.06.2010

Versicherer investieren weiterhin direkt in Immobilien

Viele deutsche Versicherer und Pensionskassen sind mit der Leistung von den Asset Managern ihrer Immobilienfonds nicht zufrieden.

Viele deutsche Versicherer und Pensionskassen sind mit der Leistung von den Asset Managern ihrer Immobilienfonds nicht zufrieden. Wie das Anfang Juni veröffentlichte Trendbarometer "Immobilienanlagen der Assekuranz 2010" von Ernst & Young Real Estate zeigt, sind 40 Prozent der 25 befragten Investoren, die insgesamt 56 Milliarden Euro in Immobilien halten, von der Kommunikation einiger Fondsmanager enttäuscht und erwarten in Zukunft eine noch transparentere Informationspolitik. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass Direktinvestments bei der Assekuranz nach wie vor hoch im Kurs stehen. Im Durchschnitt wollen die befragten Investoren 2010 knapp 300 Millionen Euro in Immobilien investieren. Davon sollen 56 Prozent in Direktanlagen fließen und 44 Prozent in indirekte Vehikel, wobei der Fokus hier vor allem auf offenen Immobilienspezialfonds und geschlossenen Immobilienfonds liegt. Offene Immobilienpublikumsfonds stehen hingegen nicht auf dem Einkaufszettel der Assekuranz.
Trotz geplanter Zukäufe von Direktanlagen sieht Dietmar Fischer, Partner bei Ernst & Young Real Estate, keinen Trend zu Direktinvestments. Denn neben Ankäufen plant die Assekuranz in diesem Jahr auch einige Verkäufe, und zwar im Volumen von durchschnittlich 48 Millionen Euro. Der Verkauf von indirekten Immobilienanlagen ist laut Fischer indes nur in Ausnahmefällen geplant. Voraussichtlich werden diese sieben Millionen Euro betragen. Ende 2010 werden die Direktanlagen mit fast 60 Prozent die Immobilienbestände der befragten Versicherer und Pensionskassen aber weiterhin dominieren. Die Immobilienquote wird sich bis dahin auf durchschnittlich 6,4 Prozent der Kapitalanlage erhöhen und nur minimal über der Quote zum Zeitpunkt der Befragung im Frühjahr 2010 liegen, als diese durchschnittlich 6,1 Prozent betrug. Trotz dieser eher mäßigen Erhöhung ist Fischer überzeugt, dass die Assekuranz ihre Immobilienquote­ bis Ende 2011 noch auf bis zu neun Prozent ausbauen wird.
In Sachen Renditeerwartung ist die Assekuranz im Vergleich zum Vorjahr etwas bescheidener geworden. Die befragten Versicherer und Pensionskassen erwarten von ihren direkten Immobilienanlagen ­inzwischen nur noch 4,8 Prozent Rendite, nachdem es im vergangenen Jahr 5,5 Prozent waren. Die Renditeerwartung für indirekte Anlagen beträgt aktuell 5,8 Prozent und liegt einen Prozent unter dem Vorjahres­wert. "Die Marktsituation hat die Erwartung nach unten korrigiert", erklärte Fischer. Ein Thema, das zumindest ein Drittel der befragten Unternehmen in diesem Jahr und noch darüber hinaus ­beschäftigen wird, ist die Reorganisation ihrer Immobilienabteilung. Lediglich zwölf Prozent der Befragten geben an, diesen Prozess bis Ende­ 2010 weitgehend abgeschlossen zu haben. Das heißt, dort ist die Immobilienabteilung bereits personell verschlankt oder komplett ausgelagert worden.

 
Kerstin Bendix
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