Versicherungen
09.05.2018

Versicherer mit üppigen Bedeckungsquoten

Anstieg bei Leben auf rund 382 Prozent. SFCR-Erstellung: Viel Aufwand, wenig Nutzen.

Nach Berechnungen des Versicherungsverbands GDV und den bereits veröffentlichten Daten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) für das vierte Quartal 2017 ist die Bedeckungsquote – also das Verhältnis der verfügbaren zu den aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmitteln – in der Lebensversicherung auf rund 382 Prozent gestiegen (4. Quartal 2016: 316 Prozent). In der Schaden-/Unfallversicherung belief sich die Bedeckungsquote laut Bafin im vierten Quartal 2017 auf rund 284 Prozent gegenüber 278 Prozent im Vergleichszeitraum. Dies ist auch eine Indikation für die Bedeckungsquote zum 31. Dezember 2017. Die Unternehmen müssen bis zum 7. Mai ihren „Bericht zur Solvabilität und Finanzlage“ (SFCR) veröffentlichen, der neben einer Vielzahl von Informationen auch Angaben zur Bedeckungsquote enthält. 

Versicherungsnehmer zeigen kaum Interesse

Ausdrücklich richten sich die Solvenzberichte an Versicherungsnehmer. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, werden die Berichte allerdings wenig gelesen. Angesichts von laut GDV gerade einmal zweistelliger Download-Zahlen bei vielen Unternehmen stehe der Aufwand für die SFCR-Erstellung in keinem Verhältnis zum Nutzen. Hinzu komme, dass die Unternehmen nicht nur den SFCR mit Stichtag 31. Dezember 2017 veröffentlichen müssen, sondern für die Aufsichtsbehörden auch einen Bericht mit den Daten vom vierten Quartal 2017. Damit liefern die Versicherer zwei unterschiedliche Berichte zum selben Stichtag. Auch hier steht ein hoher Aufwand einem geringen Erkenntnisgewinn gegenüber. 

portfolio institutionell 09.05.2018/Patrick Eisele 

 
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