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Ausgabe 10/2017

Die Anlage der Betriebsrenten-Milliarden

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Banken
24.12.2016

Viele wollen bei Blockchain andocken

Dr. Andreas Dombret, Deutsche Bundesbank

Blockchain greift um sich. Setzt sich die Datenbanktechnologie im Clearing und Settlement von Wertpapiere durch? Erobert sie auch den Zahlungsverkehr? Ja, sagen viele. Nein, hört man aber auch. Und was hat das mit den Regulierungsbehörden zu tun? Eine Spurensuche.

Haben Sie sich schon einmal mit dem Gedanken des lebens­langen Lernens beschäftigt? Dabei handelt es sich laut der Online-Enzyklo­pädie Wikipedia um ein Konzept, das Menschen befähigen soll, ­während ihrer gesamten Lebensspanne zu lernen. Dahinter steckt die ­Erkenntnis, dass das Wissen und die Fähigkeiten der Berufsausbildung immer seltener genügen, eine jahrzehntelange Berufslaufbahn zu bewältigen.

Im Asset Management sind lebenslanges Lernen und laufende Fortbildungsmaßnahmen erfolgskritisch. Denn einerseits nimmt die Zahl der Anlageklassen und der damit einhergehenden Opportunitäten immer weiter zu. Andererseits unterliegen auch die Rahmenbedingungen der Finanzbranche dem ständigen Wandel. Das zeigt sich beispielsweise an der Digitalisierung im Asset Management und in der Versicherungsbranche; wir haben darüber in der November-Ausgabe 2016 berichtet. Im Dunstkreis der Digitalisierung ­tauchen immer häufiger auch Kryptowährungen und die Datenbanktechnologie Blockchain auf. Grund genug, der Materie auf den Grund zu gehen. Sie wissen schon: lebenslanges Lernen!

Ende 2008 veröffentlichte ein bis heute unbekannter Tüftler unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto im Internet ein White Paper. ­Darin erläutert er die Eckpfeiler der Kryptowährung Bitcoin – und ist ­damit Erfinder einer der ersten virtuellen Währungen überhaupt. Wenn man einmal davon absieht, dass sich Experten darüber streiten, ob es sich beim Bitcoin ebenso wie bei den rund 700 anderen ­Kryptowährungen, die in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, tatsächlich um Währungen im eigentlichen Sinne handelt, hat der Gedanke von Bitcoin viele Akteure in ihren Bann gezogen: Über ein dezentrales Netzwerk lassen sich Geldtransfers zwischen anonymen Parteien abwickeln, ohne dass zentrale ­Intermediäre involviert wären. Schnell, einfach, günstig. Aber auch besser als die bestehende Technologie?

Im Internet erfreut sich die bislang erfolgreichste Kryptowährung Bitcoin bereits einer gewissen Beliebtheit: So kann man beispiels­weise der Enthüllungsplattform Wikileaks auf diesem Weg Spenden zukommen lassen oder beim US-Handelsriesen Overstock.com damit bezahlen. Eine nette Spielerei für IT-Freaks. Weil die Menge an ­Bitcoins technisch begrenzt ist, vermuten Beobachter, dass inzwischen auch Spekulanten auf den Zug aufgesprungen sind und sich Bitcoins zugelegt haben.

Die wachsende Nachfrage, auch getrieben durch kriminelle Naturen, die im Dark Net Bitcoins für illegale Käufe nutzen, hat den Kurs in den vergangenen drei Jahren um viele ­hundert Prozent nach oben getrieben. Mittlerweile sind Bitcoins im ­Wert von zwölf Milliarden US-Dollar im Umlauf (siehe Grafik). Gleichwohl wird die Kryptowährung von kritischen Beobachtern wie beispiels­weise der Europäischen Union bislang noch als nicht systemrelevant eingestuft.

Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele teilte diese Einschätzung im November 2016 im Interview mit der Börsen-­Zeitung. Darin ­zieht er einen Vergleich und argumentiert: „Allein in Deutschland werden mehr als 78 Millionen ­Überweisungen und Lastschriften im Volumen von täglich rund 226 Milliarden Euro abgewickelt. Das ist eine andere Dimension. Bitcoin hat global ein Transaktions­volumen von rund 280.000 Stück am Tag. Aus Sicht der Bundesbank ist Bitcoin deshalb ein Nischen­phänomen.“

 
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