Pensionskassen
11.02.2013

„Völlig misslungen“ – Verband der Firmenpensionskassen wettert gegen Auswirkungsstudie

Die zwischen Oktober und Dezember 2012 durchgeführte erste QI-Studie für Pensionskassen und Pensionsfonds auf europäischem Boden hat bei den deutschen Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge Spuren hinterlassen. Nach und nach kommen Kritikpunkte ans Licht.

Nachdem sich zu Jahresbeginn bereits die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung über die Umstände der von der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen (Eiopa) durchgeführten quantitativen Auswirkungsstudie (Quantitative Impact Study, QIS) beklagt hatte, macht nun auch der Verband der Firmenpensionskassen (VFPK) seinem Ärger Luft: „Die QIS-Studie für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge ist handwerklich völlig misslungen und liefert daher keine Erkenntnisse.“ Und: „Solvency II darf nicht kommen“, heißt es in dem Statement des VFPK, der 15 regulierte Pensionskassen mit einer Bilanzsumme von zusammen rund 42 Milliarden Euro vertritt.

Wie der VFPK feststellt, weist die aktuelle QI-Studie für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) schwerwiegende handwerkliche Mängel auf. Daher würden ihre Ergebnisse keinen Aufschluss über zusätzliche Belastungen der EbAV durch Solvency II geben. Darüber hinaus betont der Verband, dass Solvency II dem Geschäftsmodell der EbAV nicht gerecht werde und daher nicht kommen dürfe.

Keine Aussagekraft

Laut VFPK wollte die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa mit der Studie herausfinden, ob das von der EU-Kommission als Ergänzung zu Solvency II vorgeschlagene Holistic Balance Sheet ein geeignetes Instrument ist, um den Eigenmittelbedarf von Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge zu ermitteln. Das VFPK-Fazit: Die gewonnenen Daten haben keine Aussagekraft, der Fehler liegt im Ansatz der Studie selbst.

VFPK-Vorstand Dr. Helmut Aden erläutert die Konstruktionsfehler von QIS: „Zentraler Fehler ist, dass Solvency II als Ausgangspunkt der QIS-Studie genommen wurde. Die Methodik von Solvency II wird doch inzwischen von den meisten Experten auch außerhalb der betrieblichen Altersversorgung massiv infrage gestellt. Viele Begrifflichkeiten der QIS-Studie waren nur ungenau definiert. Die Pensionskassen waren gezwungen, selbst zu interpretieren, wie die technischen Spezifikationen zu verstehen sind. Das lässt weder eine Zusammenführung noch einen Vergleich der Ergebnisse der verschiedenen Kassen zu. Erkenntnisse für die Branche können sich hieraus nicht ergeben,“ fasst Dr. Aden zusammen. Er stellt zudem fest: „Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission mitten im Spiel die Regeln ändert und neue Eigenkapitalanforderungen und Aufsichtsregeln für Verträge von Versicherten und Rentnern aufstellt, die schon seit Jahren und Jahrzehnten in unseren Beständen sind.“

Schlüsse ziehen

Der Verband kritisiert zudem die Komplexität der Studie. „Selbst für unsere großen Pensionskassen war die Teilnahme an QIS ein enormer Kraftakt, der nur mit externer Hilfe zu bewältigen war“, weiß der VFPK-Vorsitzende und Vorstand der Nestlé-Pensionskasse Peter Hadasch. Folgerichtig spreche Pension Europe, der europäische Dachverband der EbAV, von einer Beteiligung von weniger als einem Prozent der Pensionskassen in Europa.

 
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