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Ausgabe 2/2017

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Stiftungen
02.09.2016

Vom individualisierten Spezialfonds zum Co-Investment

Binnen weniger Jahre hat das Evangelische Johannesstift einen Spezialfonds ins Leben gerufen und diesen auch für Co-Investoren ­geöffnet. Inzwischen sind 15 weitere Anleger im Fonds engagiert. Was sie sich davon versprechen, ­erläutern zwei der größten Co-Investoren im Roundtable-Gespräch.

Herr Güldner, Sie und Ihren Arbeitgeber, das Evangelische Johannesstift (EJS) in Berlin, verbindet auf der Kapitalanlageseite eine ­enge, um nicht zu sagen eine innige Zusammenarbeit mit Allianz Global Investors (AGI) in Frankfurt am Main. Seit wann verwalten Sie Seite an Seite mit Dr. Jan Bernhard den ­liquiden Teil Ihres Grundstockvermögens ­unter nachhaltigen Gesichtspunkten?
Jens Güldner: Die ersten Gespräche fanden 2008 statt. In jenem Jahr bin ich zum Evangelischen Johannesstift gekommen. Aber ­Allianz Global Investors respektive die in ihr aufgegangene DBI (Dresdnerbank Investment Management, Anm. der Redaktion) kenne ich seit gut 15 Jahren. Seinerzeit war ich in einer anderen Stiftung tätig. Und schon damals habe ich gemeinsam mit der damaligen DBI einen großen Spezialfonds konzipiert und weiterentwickelt.

War zu jener Zeit das Thema Nachhaltigkeit schon so präsent, wie es beim gemeinsam mit AGI konzipierten EJS-Stiftungsfonds der Fall ist, über den wir uns ­genauer unterhalten möchten?
Güldner: Noch nicht in der Qualitätsstufe, wie wir es mittlerweile bei unserem haus­eigenen Spezialfonds installiert haben, der im Februar 2010 aufgelegt wurde.

Der EJS-Stiftungsfonds, ein offener Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen, wurde exklusiv für das Evangelische Johannesstift maßgeschneidert konzipiert. Seit einigen Jahren ist der Spezialfonds nun schon in der Kapitalanlage Ihrer Stiftung fest integriert. Wie kam es dazu?
Güldner: Die ersten Ideen wurden bei uns in der Zentrale in Berlin-Spandau entwickelt. Das fing damit an, dass ich unmittelbar nach meinem Einstieg beim Johannesstift die zu jener Zeit recht komplexe Finanzanlagestruktur der Stiftung hinterfragt habe. Die Analyse zog sich hin bis 2009. Zu jener Zeit haben wir uns entschlossen, eine Ausschreibung durchzuführen, um den für uns passenden Fondsmanager zu finden. Die Ausschreibung hatte konkret zum Ziel, die Vorteile zu nutzen, die die Mandatierung eines externen ­Asset Managers mit sich bringt. Er soll für uns eine bereits diversifizierte Kapitalanlage betreuen. Im Zuge der Ausschreibung haben sich besonders zwei Anbieter mit ihren ­Konzepten qualifiziert und sehr positiv abgegrenzt. Ihre Maßkonzepte wurden von unserem Finanzausschuss auf Herz und Nieren geprüft. Das war damals ein spezialisiertes Gremium des Kuratoriums. Vor dem Finanzausschuss haben AGI und noch eine andere Gesellschaft ihr auf die Stiftung zugeschnittenes Anlagekonzept präsentiert. Im Anschluss wurde nach einem umfassenden Auswertungsprozess das Mandat an AGI vergeben.

Bitte erläutern Sie ganz konkret die Gründe für das Evangelische Johannesstift, den liquiden Teil der Kapitalanlagen – Sie haben auch zahlreiche selbst genutzte und vermietete ­Immobilien im Portfolio – in einem Spezialfonds verwalten zu lassen?
Güldner: Im Zuge meiner beruflichen Laufbahn kam ich aus dem institutionellen Geschäft einer anderen Stiftung. Dort hatten wir Assets in einem erheblichen Umfang von mehreren Milliarden Euro, während die ­Bilanzsumme hier beim Johannesstift mit rund 264 Millionen Euro und demnach auch das Kapitalanlagevolumen deutlich niedriger ist. Bei meinem Arbeitsplatzwechsel fand ich zunächst drei externe Vermögensverwaltungsmandate vor, die von ihrem Konzept und Charakter her tendenziell eher unter ­Private Wealth als unter institutionell subsummiert werden konnten. Es gab zu dem Zeitpunkt auch noch keine einheitliche ­Anlagerichtlinie über alle Mandate, wie wir sie inzwischen definiert haben, und es gab kein einheitliches Risikomanagement-Tool. Eine Nachhaltigkeitsstrategie, die sich jetzt wie ein roter Faden durch den Fonds zieht, war damals in der Ausgestaltung der Asset-Management-Strategie des Evangelischen ­Johannesstifts so nicht implementiert. Mir war es sehr wichtig, eine streng modell­gestützte Architektur zu installieren mit einer einheitlichen Anlagerichtlinie und einem einheitlichen Risikomanagement-Tool.

 
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