FRANKFURT - Der Vorstand der neuen europäischen Versicherungs- und Pensionsaufsicht Eiopa in Frankfurt steht noch nicht ganz fest. Obwohl die Behörde am Montag die Berufung von sechs Vorstandsmitgliedern bekannt gab, hat sie noch keinen Vorstandsvorsitzenden.
Eine Eiopa-Sprecherin sagte aber, dass diese Person nächste Woche feststehen könnte. Der Kandidat müsse noch vom Europäischen Parlament genehmigt werden. Bis dies geschehen sei, werde Victor Rod von der Luxemburger Versicherungsaufsicht diese Funktion ausüben. Er werde den Vorsitzenden bei Bedarf auch in Sitzungen vertreten.
Die sechs ernannten Vorstandsmitglieder kommen von den Aufsichtsbehörden verschiedener EU-Staaten. Es sind Peter Braumüller (Österreich), Matthew Elderfield (Irland), Damian Jaworski (Polen), Flavia Mazzarella (Italien), Jan Parner (Dänemark) und Hector Sants (Großbritannien).
Allerdings: Die zwei wichtigsten EU-Mitglieder, Deutschland und Frankreich, sind in der Eiopa noch nicht vertreten. Ihre Versicherungsmärkte gehören zu den größten in Europa. Die Sprecherin sagte, die sechs neuen Vorstandsmitglieder seien von einem Aufsichtsrat gewählt worden, der aus Vertretern aller 27 EU-Mitglieder bestehe.
Ob ein Deutscher oder Franzose für den Eiopa-Vorstand kandidiert habe, könne sie nicht sagen. Zum achtköpfigen Eiopa-Vorstand gehört auch ein Vertreter der Europäischen Kommission, der noch nicht in Frankfurt angekommen ist.
Die Regulierung von Versicherungen und Pensionskassen soll wie folgt ablaufen: Die tägliche Aufsichtsarbeit liegt weiter bei nationalen Kontrolleuren. In Ausnahmenfällen wie einer Finanzkrise hat EIOPA aber das letzte Wort. Auch wenn eine nationale Behörde gegen europäische Aufsichtsstandards verstößt oder die Vertreter der Mitgliedstaaten in den speziellen Aufsichtsgremien für grenzüberschreitend tätige Versicherungen sich nicht einigen können, entscheidet letztendlich die EU-Aufsicht.
portfolio institutionell newsflash 12.01.2011/jan/rko





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