Unter Kurrs Vorgänger Birch gab es vier Jahre lang Stagnation bei dem Venture.
DÜSSELDORF - West-LB-Mellon, das 2006 gegründete Joint Venture zwischen der Landesbank West-LB und BNY Mellon Asset Management, hat Volker Kurr zum neuen Chef bestellt.
Kurr, 44, ist der Nachfolger von Kevin Birch, der Ende 2009 nach langjähriger Tätigkeit bei der West-LB in den Ruhestand ging. Kurr war bis Ende 2009 Head of Institutional Clients bei UBS Global Asset Management in Frankfurt. Davor hatte er denselben Posten bei Cominvest Asset Management.
"Mit Volker Kurr haben wir einen ausgesprochenen Fachmann für das institutionelle Asset Management gewinnen können, der auch im Retail Business dieses Marktes umfangreiche Erfolge aufweisen kann", sagte Werner Taiber, Vorstandsmitglied bei der West-LB.
Jonathan Little, CEO von BNY Mellon Asset Management, ergänzte: "Mit Volker Kurr konnten wir eine Führungspersönlichkeit gewinnen, die viel Erfahrung in internationaler Zusammenarbeit mitbringt." Laut Little verfolgt BNY Mellon zwei Ziele: Seine Firma wolle die Anlageerfolge ausbauen und deutschen Kunden "qualitativ hochwertige Produkte" anbieten. Die Kunden des Joint Ventures sind Sparkassen in Nordrhein-Westfalen (NRW) sowie deren Retail-Kunden.
Unter Kurrs Vorgänger Birch herrschte vier Jahre lang Stagnation bei dem Joint Venture. Als es im Frühjahr 2006 an den Start ging, wollte das Venture das verwaltete Vermögen von damals 30 Milliarden Euro auf 45 Milliarden Euro Ende 2009 steigern. Heute managt das Venture nur noch 24 Milliarden Euro, wobei die Finanzkrise das Geschäft erheblich dämpfte.
Ein wichtigerer Grund für die Stagnation war allerdings die Dauerkrise bei der West-LB. "Der Name West-LB tat dem Vertrieb einfach nicht gut", meinte ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter. Und weiter: "Weder institutionelle Investoren noch Makler waren grundsätzlich bereit, einem Manager Geld anzuvertrauen, der den Namen West-LB trägt."
Im Jahr 2009 musste die West-LB wegen problematischen Wertpapieren in Milliardenhöhe vor dem Kollaps gerettet werden - das zweite Mal binnen sechs Jahren. Dieses Mal ist die Bundesregierung eingesprungen. Vor sechs Jahren retteten die Sparkassen in NRW das Institut. Gegen drei Milliarden Euro an Finanzhilfen soll sich der Bund an der Bank beteiligen. Die Höhe der Beteiligung ist unbekannt.
Damit aber die Hilfe von der EU genehmigt werden kann, muss die West-LB ihre Bilanz radikal kürzen. Bis April will sie folglich 85 Milliarden Euro an problematischen Wertpapieren an eine Abwicklungseinheit, eine "Bad Bank", übertragen.
portfolio institutionell newsflash 27.01.2010/jan/kbe





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