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30.06.2010

Wiener Gericht befreit deutsche Institutionelle von Steuerpflicht

Henning Klöppelt

Pensionskassen dürften nun mehr in österreichische Immobilien investieren.

HAMBURG/WIEN - Deutsche Pensionseinrichtungen sind nicht mehr steuerpflichtig, wenn sie in österreichische Immobilien investieren. Das hat der unabhängige Finanzsenat in Wien entschieden.

Bislang mussten deutsche Pensionseinrichtungen, die hierzulande steuerbefreit sind, eine Abzugssteuer von 25 Prozent auf Einkünfte aus Immobilienanlagen in Österreich bezahlen. Diese Abgabe hat das Wiener Gericht mit der Begründung gekippt, dass sie gegen europäisches Recht verstoße.

Branchenexperten rechnen damit, dass sich deutsche Pensionseinrichtungen nun stärker im österreichischen Immobilienmarkt engagieren werden. "Bislang schmälerte die österreichische Abzugssteuer die Erträge für deutsche steuerbefreite Versorgungseinrichtungen. Die neue Rechtslage macht den Markt für diese Investoren noch attraktiver", kommentierte Henning Klöppelt, Sprecher der Geschäftsführung bei Warburg-Henderson, einem Anbieter von Immobilien-Spezialfonds.

Zur Veranschaulichung des bisherigen Engagements dieser Investoren verwies Klöppelt auf einen Warburg-Henderson-Fonds, der nur in österreichische Gewerbeimmobilien investiert: "Der Fonds wurde 2003 für deutsche Institutionelle aufgelegt und ist seitdem auf 160 Millionen Euro angewachsen. Nur zehn Prozent des Fondsvermögens stammen aber von Pensionseinrichtungen."

Um von der erwarteten stärkeren Nachfrage nach österreichischen Immobilien zu profitieren, wird Warburg-Henderson einen weiteren Spezialfonds für die Region lancieren. Laut Henning biete der österreichische Markt eine attraktive Rendite und sei sogar stabiler als der deutsche Immobilienmarkt.

Warburg-Henderson ist ein 2001 gegründetes Joint Venture der Hamburger Privatbank M.M.Warburg und des britischen Vermögensverwalters Henderson Global Investors. Seit seinem Start hat das Joint Venture zwölf Immobilienfonds aufgelegt. Das verwaltete Vermögen beläuft sich aktuell auf 3,5 Milliarden Euro. Im März 2009 hatte Warburg-Henderson zudem eine neue Master-KAG für Immobilien gegründet (siehe frühere Meldung)

portfolio institutionell newsflash 30.06.2010/jan/kbe

 
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