Alternative Anlagen
04.07.2018

Windparadies Skandinavien

Susi, Luxcara, Re Cap und Aquila berichten über Projekte in Norwegen und Finnland. Trend zu PPAs.

Windkraft und Rechtssicherheit ziehen Windpark-Betreiber nach Skandinavien. Über ein Power Purchase Agreement (PPA) mit Hydro Energi, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des norwegischen Aluminiumproduzenten Hydro, berichtete kürzlich Susi Partners. Das von Engie entwickelte Projekt Tonstad liegt laut einer Pressemitteilung im Süden Norwegens und wird mit 51 Siemens Gamesa Turbinen eine Kapazität von 208 MW erreichen. Nach der Inbetriebnahme werde der Windpark einer der größten in Norwegen sein. Die produzierte Energie wird unter einem 25-jährigen Abnahmevertrag an Hydro Energi verkauft werden. Der Susi Renewable Energy Fund II wird mit einem Anteil von 80 Prozent Mehrheitsgesellschafter des Windparks, Engie wird eine Beteiligung von 20 Prozent am Projekt behalten. Das Projektfinanzierungspaket wird von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bereitgestellt.

Ebenfalls über ein PPA in Norwegen berichtet Luxcara. Der Asset Manager hat mit Facebook einen „langfristigen“ Stromabnahmevertrag für die gesamte Stromproduktion sowie die Erneuerbaren-Energien-Zertifikate von drei benachbarten Windparks im Südwesten Norwegens geschlossen. Die Projekte bestehen aus 70 Turbinen mit einer Leistung von jeweils 4,2 MW und werden ab Q4/2019 Strom ins Netz einspeisen. Das PPA mit Facebook biete die erforderliche langfristige finanzielle Sicherheit für die Projekte, die ein Investmentvolumen von 400 Millionen Euro übersteigen und von Luxcara finanziert, gebaut und langfristig betrieben werden. Mit einer Kapazität von 294 MW sollen jährlich mehr als 1.000.000 Megawattstunden sauberer und Erneuerbarer Energie in das skandinavische Netz eingespeist werden. „Wir freuen uns, den Stromabnahmevertrag mit einem so starken Unternehmenspartner geschlossen zu haben. Facebooks Engagement ist ein Beweis für unser Ziel, erneuerbare Energien in jeder Hinsicht zur attraktivsten Option für unsere Partner zu machen”, sagt Dr. Alexandra von Bernstorff, Managing Partner von Luxcara. Ein weiteres PPA in Norwegen konnte Luxcara mit der schweizerischen Axpo über 15 Jahre abschließen. Der Windpark in Egersund sei noch in der Projektierphase im Dezember 2015 von Luxcara für ein Erneuerbare-Energien-Portfolio für institutionelle Investoren erworben worden.

In Finnland engagiert sich erstmals Aquila Capital in Form eines Windparks in der Nähe der finnischen Stadt Kokkola. Durchschnittlich weist der Standort Windgeschwindigkeiten von 7,3 m/s auf Nabenhöhe auf, wodurch ein Kapazitätsfaktor von 41 Prozent erreicht werden kann. Es handele sich hierbei um das erste Windenergie-Investment von Aquila Capital in Finnland. Der Windpark ergänze das große, bereits bestehende Windenergieportfolio des Unternehmens in Skandinavien. „Für uns ist der Schritt auf den finnischen Windenergiemarkt nur konsequent und ein wichtiger Teil unserer Expansionsstrategie im Bereich Erneuerbarer Energien, insbesondere in Nordeuropa. Die Region ist dank ihrer natürlichen Gegebenheiten und stabiler politischer Rahmenbedingungen ein Schlüssel zur erfolgreichen europaweiten Energiewende“, sagt Roman Rosslenbroich, Mitgründer und CEO von Aquila Capital. Die Transaktion folge nur wenige Monate auf den Erwerb dreier schwedischer Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von über 580 MW, darunter eines der größten Onshore-Windprojekte in Europa. Die Anlage in Kokkola wurde im März 2018 fertiggestellt und ist bereits an das finnische Stromnetz angeschlossen. „Ykspihlaja wird in vollem Umfang von der staatlich garantierten Einspeisevergütung über zwölf Jahre profitieren, womit die Rentabilität langfristig gesichert ist. Für unsere Anleger ist diese Nachhaltigkeit enorm wichtig“, erläutert Susanne Wermter, Head of Investment Management Energy & Infrastructure EMEA bei Aquila Capital.

In Finnland ist auch der Luxemburger Spezialfonds FP Lux Investments unterwegs. Mit dem Kauf des Windparks Ratiperä im Südwesten Finnlands wachse das Portfolio des Teilfonds Wind Infrastructure I auf insgesamt 19 Windparks mit 94 Anlagen und einer installierten Leistung von 269 Megawatt. Davon wurden 194 Megawatt in Deutschland, 31 Megawatt in Frankreich und 44 Megawatt in Finnland erworben. Der Deal wurde vom international tätigen M&A-Berater und Asset Manager Re Cap Global Investors begleitet, der für den gesamten Evaluations- und Ankaufprozess des Spezialfonds zuständig ist. Thomas Seibel, Geschäftsführer der Re Cap, sagt: „Das Projekt Ratiperä ist ein Meilenstein für die weitere Diversifikation unseres europäischen Portfolios. Finnland bietet ein äußerst stabiles Investitionsumfeld und starkes Wachstumspotenzial, da die Politik den Ausbau Erneuerbarer Energien durch staatliche Förderungen aktiv vorantreibt.“ Konkret soll die finnische Energieproduktion durch Windkraft von 4,8 Terawattstunden im Jahr 2017 auf neun Terawattstunden bis 2025 erhöht werden. Die neun Anlagen des Windparks Ratiperä gehören zum Typ Nordex N-131 mit einer Größenklasse von je drei Megawatt. Die Nabenhöhe liegt bei 146 Metern, der Rotordurchmesser beträgt 131 Meter. Mit einer Gesamtleistung von 27 Megawatt versorgen die Anlagen rechnerisch rund 17.000 Haushalte mit klimafreundlicher Windenergie und vermeiden so den Ausstoß von rund 20.400 Tonnen CO2 pro Jahr. Der Windpark ging im September 2017 ans Netz und konnte sich damit eine für zwölf Jahre garantierte staatliche Einspeisevergütung sichern. Verkäufer des Parks ist die ABO Wind AG.

portfolio institutionell, 04.07.2018/Patrick Eisele

 
Anzeige
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder