Pension Management
27. August 2018

Pensionsfonds für Profifußballer

Profifußballer stehen nach dem Ende ihrer Laufbahn nicht selten mit leeren Händen da. Es müssen Konzepte für die Nachkarrierezeit entwickelt werden.

Der Anpfiff zur neuen Bundesliga-Saison sollte helfen, Deutschlands Post-World-Cup-Depression zu lindern. Doch auch in den professionellen Ligabetrieben der Clubs liegt einiges im Argen. „Wir produzieren in Teilen der 2. Liga und 3. Liga tatsächlich Sozialfälle. Dort stehen Spieler nach dem Karriereende oftmals vor dem Nichts“, warnt der Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli, Andreas Rettig, pünktlich zum Saisonauftakt in einer Generalkritik am deutschen Profifußball. „Die Entwicklung von Konzepten für die Nachkarrierezeit brennt auf den Nägeln.“

Damit weist Rettig, bis 2015 Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), auf das Problem hin, dass unterhalb des Millionenbetriebs Bundesliga Kicker nach der Karriere Gefahr laufen, mit kaputten Knien, ohne Ausbildung, einer teuren Scheidung und nach fehlgeschlagenen Investments nur um Erfahrungen reicher vor dem finanziellen Nichts stehen.

Ein Asset Liability Management für Vertragsspieler

Rettigs Lamento ist aber auch eine interessante Denksportaufgabe für Altersvorsorge-Experten: Wie kann jemand, der in jungen Jahren relativ gut verdient, dessen Einkommensstrom aber nach maximal zehn, zwölf Jahren in der Regel abrupt abreißt, für eine neue Karriere und das Alter vorsorgen?

Anregungen geben spezielle Altersvorsorgeeinrichtungen in den Niederlanden. Dort sind professionelle Fußballer und Radfahrer verpflichtet, einen Teil ihrer Gage in einen Überbrückungsfonds einzuzahlen, der den Übergang zu einer neuen Karriere im normalen Leben über einen gewissen Zeitraum mit monatlichen Auszahlungen finanziell ebnen soll. Diesem Ziel geschuldet, wird im Hauptfonds mit einer sehr defensiven Fixed-Income-lastigen Allocation ein Absolute-Return-Ziel verfolgt.

Gemanagt werden die etwa 500 Millionen Euro des 1972 gegründeten Mandatory Bridging Pension Arrangement von NN Investment Partners. Bei dem Anlageziel, für das Pensionsalter vorzusorgen, würde jedoch mit Blick auf den jahrzehntelangen Anlagezeitraum wenig gegen eine hundertprozentige Aktienallokation sprechen. Wie im normalen Leben kann auch bei Vertragsfußballern deutscher Proficlubs etwas Eigeninitiative bei der Altersvorsorge nicht schaden. Erster Ansprechpartner wäre dann wohl das DFB-VDV-Versorgungswerk. Partner dieser überbetrieblichen Unterstützungskasse ist der Altersvorsorgespezialist MLP.

portfolio institutionell, 27.08.2018/Patrick Eisele 

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