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26. September 2018

Pimco will Markt für SDG-Bonds

Bonds für verschiedene SDG-Ziele. Frank Witt: „Interessante Impact-Investitionen“.

Pimco will zur Entwicklung eines Markts für SDG-Bonds beitragen. Dies teilte Frank Witt, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pimco Deutschland, im Gespräch mit portfolio institutionell mit. SDG ist das Kürzel für die 17 Sustainable Development Goals, die 2015 von den UN ins Leben gerufen wurden. „Mit Green Bonds ist bereits ein Fixed-Income-Segment entstanden, das Goals wie Saubere Energie und Klimaschutz abdeckt. Wir wollen dazu beitragen, dass es künftig für weitere dieser 17 Ziele Bonds gibt“, so Witt. „Dies wären interessante Impact-Investitionen für Stiftungen aber auch für andere Anlegergruppen.“ Pimco erwähnt in einem Beitrag, dass Bloomberg für das laufende Jahr Green-Bond-Emissionen im Rekordvolumen von 200 Milliarden Dollar erwartet.

Quelle für eine Auswahl an SDG-Bonds könnten die Kreditbücher von Banken sein. Pionierarbeit leistete im vergangenen Jahr die Weltbank, die nach eigenen Angaben erstmalig Bonds kreierte, die die 17 SDGs abbildeten. In diesem Projekt arrangierte BNP Paribas Bonds von Emittenten, deren Aktien im Solactive Sustainable Development Goals World Index enthalten sind. Bestandteile dieses Index sind Unternehmen, die von Solactive zu ökologischen und gesellschaftlichen Vorreitern zählt.

Kontraproduktiv wäre allerdings, wenn ein Unternehmen eine Emission nur auf ein bestimmtes SDG-Ziel hin optimiert. So wurde der Versorger Engie dafür kritisiert, mit einer Emission 2014 einen Staudamm in Brasilien finanziert zu haben, durch den sich zwar saubere Energie aus Wasserkraft gewinnen lässt. Durch den Bau des Staudamms wurde aber auch Regenwald geflutet, die Rechte von Arbeitern und der indigenen Bevölkerung verletzt. Bleibt zu hoffen, dass der Appetit von Investoren auf Bonds gering bleibt, die nur einem Ziel nutzen, die anderen Ziele aber konterkarieren.

portfolio institutionell 26.09.2018/Patrick Eisele

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