Schwarzer Schwan
24. Mai 2019

PPP der FPÖ

Die Schmach von Ibiza

Das Verhältnis zwischen Österreichern und Deutschen ist leider von gewissen Animositäten geprägt. Zu einer Verbesserung des Verhältnisses hat sicherlich nicht beigetragen, dass es nun mit Spiegel und Süddeutscher Zeitung ausgerechnet deutsche Medien waren, die mit dem „Ibiza-Video“ die Stützen der Republik Österreich und deren Verständnis von Private Public Partnerships – Oligarch und Österreich – vorführten.

Parliert hat das Duo der FPÖ, also die Vertreter der selbsterklärten „Anti-Korruptions-Partei“, bekanntlich mit einer angeblichen Nichte des Oligarchen Igor Makarov. Dazu sei noch vom Medium portfolio institutionell nach knallharten Wikipedia-Recherchen angemerkt, dass Makarov zwar eine Yacht mit Hubschrauber-Landeplatz und Aufzug hat – aber keine Geschwister.

Oligarch und Österreich

Von deutscher Seite ist meist eine gewisse Überheblichkeit im Spiel. Zum Beispiel beim ehemaligen deutschen Nationalspieler Rüdiger Abramczik gegenüber österreichischen Kontrahenten. „Was wollt ihr denn, ihr kleinen Amateure?“ Und: „Na, was kriegt ihr denn? Wir kriegen 40.000 Mark.“ Peinlicherweise stammen diese Aussagen laut Taz von einem Länderspiel, welches im Jahr 1978 im argentinischen Cordoba stattfand. Der Österreicher neigt dagegen dazu, gegen die Piefkes zu stänkern.

Die Nase vorn hatte Österreich aber nicht nur in Cordoba, sondern auch auf der Hauptversammlung der Erste Group, wo es sich der Vorstand laut FAZ nicht nehmen ließ, darauf hinzuweisen, dass die Erste mit nur halb so viel Mitarbeitern nun eine höhere Marktkapitalisierung als die Deutsche Bank hat. Der Vorstandssprecher der Ersten, Andreas Treichl, ließ es sich auch nicht nehmen, noch etwas Salz in die Wunden der über ihre Investmentbank-Ambitionen gestolperten Deutsche Bank zu streuen. Treichl hält laut FAZ einen Zusammenschluss der Deutschen Bank mit den deutschen Sparkassen für einen sinnvollen Ausweg.

Anzunehmen ist auch, dass die Personalkosten der Ersten nicht nur wegen der geringen Anzahl der Mitarbeiter geringer ist – und dass die Deutsche Bank dazu reflexartig mitteilt, dass gute Leistung eben auch gut bezahlt werden muss um im internationalen Wettbewerb um gute Mitarbeiter … konsequenterweise beschäftigt die Deutsche Bank laut der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos darum auch 643 Einkommensmillionäre – und damit zwar weniger als früher, aber angeblich immer noch so viele wie keine andere europäische Bank. Neben dem großen Können dürften die hohen Einkommen auch darauf basieren, dass mit Boni-Programmen bei einer Halbierung des Aktienkurses in drei Jahren wenig zu verdienen war.

Um die Gehälter weiter zu finanzieren, könnte eventuell mal wieder eine Kapitalerhöhung anstehen. Noch dazu räumte das Frankfurter Institut nun kurz vor der Hauptversammlung eine IT-Panne ein. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hatte die Deutsche Bank aufgrund eines Software-Fehlers offenbar seit vielen Jahren Probleme damit, Zahlungen von Großkunden vorschriftsgemäß zu überprüfen. Und vielleicht – so spekulieren wir – war dies alles eingefädelt von einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen, die klischeehaftermaßen ja auch einen Hang zu Hacker-Angriffen haben und gleichzeitig noch als Großkunden fungieren könnten? Träfe das alles zu, dann könnten sich Deutsche und Österreicher einmal tief in die Augen schauen und sich sagen: Wir sind Brüder.

Einen schönen Aufenthalt auf Ibiza wünscht Ihnen portfolio institutionell!

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