Alternative Anlagen
10. September 2018

Renditekompression bei Retail-Immobilien

Dynamische Nachfrage bei Einzelhandelsimmobilien. Mehr Transaktionen in Top-Standorten.

Der deutsche Einzelhandelsinvestmentmarkt erfreut sich einer hohen Nachfrage. Der Immobiliendienstleister CBRE erwartet, dass diese Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2018 noch deutlich zulegen dürfte. Leidtragende dieser hohen Nachfrage sind die Renditen. Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr rund 14,1 Milliarden Euro in deutsche Einzelhandelsimmobilien investiert. Damit handele es sich um eines der besten Ergebnisse seit 2005, teilt CBRE mit. Im Vergleich mit dem Vorjahresresultat von 12,8 Milliarden Euro stieg das Investitionsvolumen um gut zehn Prozent und lag damit weit über dem zehnjährigen Durchschnitt von 9,7 Milliarden Euro.
Das mangelnde Angebot an Core-Immobilien sowie die aufwendigeren Verkaufsprozesse bei Objekten mit Wertsteigerungspotenzialen würden höhere Transaktionsvolumina aktuell ausbremsen. Trotz der hohen Nachfrage und der gestiegenen Preise verkaufen Bestandshalter ihre gut positionierten Handelsimmobilien angesichts des Anlagedrucks seltener. Zu dieser Entwicklung trägt auch bei, dass sich der Transaktionsanteil in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres, der auf die deutschen Top-5-Städte entfiel, deutlich erhöhte, so die Beobachtung von CBRE.
Deutsche Investoren weniger preissensibel 
2017 trugen deutsche Investoren mit 8,9 Milliarden Euro rund 63 Prozent des gesamten Volumens auf dem hiesigen Einzelhandelsinvestmentmarkt bei und bauten ihren Anteil damit gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum noch einmal leicht aus. Trotz der hohen Nachfrage internationaler Investoren sind diese seltener zum Zug gekommen – zum einen, weil es auf dem Markt weniger von den für sie besonders interessanten Core-Immobilien gab, zum anderen, da nun auch mehr deutsche Investoren aufgrund des Anlagedrucks zunehmend bereit waren, den Preiswettbewerb um die verfügbaren Objekte mitzugehen.
Renditen zwischen drei und 5,4 Prozent 
Somit kann es nicht überraschen, dass sich die Renditekompression in nahezu allen Teilsegmenten des deutschen Retail-Investmentmarktes fortsetzt. Die Spitzenrendite bei Geschäftshäusern lag nach CBRE-Informationen zur Jahresmitte 2018 bei drei Prozent. Für erstklassige Fachmarktzentren mit langlaufenden Mietverträgen sank die Nettoanfangsrendite zur Jahresmitte 2018 auf 4,5 Prozent. Fachmärkte gaben auf 5,4 Prozent nach. Bei Shopping-Centern gaben die Spitzenrenditen in den Top-Investmentzentren auf 3,8 Prozent nach, die Nettoanfangsrendite für Center in prosperierenden B-Standorten blieb mit 4,5 Prozent stabil.
portfolio institutionell 10.09.2018/Patrick Eisele 
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