Alternative Anlagen
5. November 2018

Renewables decken 38 Prozent des Stromverbrauchs

Zuwachs bei Wind- und Solarstrom in Deutschland. Manko Netzausbau, Einigung zu Sonderausschreibungen.

Die Erneuerbaren Energien haben in den ersten drei Quartalen 2018 zusammen 38 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Das ist ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Januar, April und Mai 2018 erreichten sie aufgrund des außerordentlich starken Windangebots und der hohen Anzahl an Sonnenstunden sogar bis zu 43 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und WasserstoffForschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Auswertung. Wenn das Windangebot im vierten Quartal sich wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre gestaltet, könnten die Erneuerbaren auch im Gesamtjahr 2018 knapp 38 Prozent decken.

Wind Onshore stärkste Renewables-Quelle
In den ersten drei Quartalen 2018 wurden insgesamt fast 170 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt (Q1-3 2017: 155,5 Milliarden Kilowattstunden). Damit lagen die Erneuerbaren nahezu gleichauf mit der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle, die bei rund 172 Milliarden Kilowattstunden lag und damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast sieben Prozent zurückging (Q1-3 2017: 184 Milliarden Kilowattstunden). Wind Onshore war im Betrachtungszeitraum mit fast 63 Milliarden Kilowattstunden weiterhin die stärkste Erneuerbaren-Quelle, was einem Zuwachs von über 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht (Q1-3 2017: 55,4 Milliarden Kilowattstunden). Den größten Zuwachs verzeichnete Photovoltaik mit fast 16 Prozent auf über 41 Milliarden Kilowattstunden (Q1-3 2017: 35,6 Milliarden Kilowattstunden).

„Die Erneuerbaren sind ganz klar auf der Überholspur, während der Beitrag der konventionellen Energieträger zur Deckung des Bruttostromverbrauchs kontinuierlich zurückgeht. Allerdings liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren-Anteil bis 2030 zu erreichen. Es muss daher sichergestellt werden, dass beim weiteren Ausbau kein Fadenriss entsteht: Erstens muss gerade bei Wind-Onshore dafür gesorgt werden, dass ausreichend Flächen für neue Projekte zur Verfügung stehen. Zweitens müssen jetzt endlich die Sonderausschreibungen für Wind-Onshore und PV gestartet werden. Drittens muss alles dafür getan werden, damit der dringend notwendige Ausbau der Nord-Süd-Leitungen mit Hochdruck vorangetrieben und adäquate Rahmenbedingungen für den Betrieb von Stromspeichern geschaffen werden. Das sind Voraussetzungen, damit der Strom aus Erneuerbaren umfänglich genutzt und die Klimaziele erreicht werden können“, erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Einigung zu Sonderausschreibungen
Zudem äußerte sich Stefan Kapferer in der vergangenen Woche zur Einigung der Koalitionsfraktionen auf ein Gesamtpaket zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für Windenergie an Land und Photovoltaik: „Diese Einigung ist längst überfällig. Sie ist hoffentlich der Auftakt für eine energiepolitische Offensive der Koalition. Der bisherige Stillstand muss beendet werden. Wir brauchen mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau, sonst schaffen wir das Ziel von 65 Prozent regenerativen Energien bis 2030 nicht. Die Initiativen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die den Windausbau erschweren wollen, sind deshalb absolut kontraproduktiv. Was rigide Abstandsregelungen beim Windausbau anrichten können, sehen wir in Bayern: Dort ist der Ausbau der Windkraft faktisch zum Erliegen gekommen. Gleichzeitig muss der Netzausbau massiv beschleunigt werden.“

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