Versicherungen
4. April 2019

Solvenzquoten deutscher Versicherer steigen weiter

In der Lebensversicherung beträgt die Quote laut GDV 324 Prozent. In der Schaden-/Unfallversicherung schätzt der Verband die Lage als stabil ein.

​​​​​Seit dem Start des Aufsichtssystems Solvency II im Jahr 2016 hat sich die Solvenzlage in der Lebensversicherung kontinuierlich verbessert. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt. Für das vierte Quartal 2018 hat der GDV eine Solvenzquote von 324 Prozent errechnet – ohne Anwendung von Übergangsmaßnahmen. Für das Jahr 2017 hatte die Branche noch einen Wert von 266 Prozent ausgewiesen. Zum Vergleich: Bei der Einführung von Solvency II (Stichtag 1.1.2016) hatte die Quote noch bei 190 Prozent gelegen.

Der deutliche Anstieg der Solvenzquoten in der Lebensversicherung ist dem GDV zufolge auf die Stabilisierung des Zinsumfelds, aber auch auf die Neuausrichtung des langfristigen Geschäftsmodells zurückzuführen. So habe die Einführung neuer Lebensversicherungsprodukte, die Garantieelemente mit einer stärker an Renditechancen orientierten Kapitalanlage verknüpfen, die Risikotragfähigkeit der Unternehmen gestärkt. Beide Faktoren haben die Kapitalanforderungen unter Solvency II sinken lassen.

Für die Schaden-/Unfallversicherung geht der GDV von einer nahezu unveränderten Solvenzlage aus. Im vierten Quartal 2018 dürfte die Quote bei 290 Prozent gelegen haben ­–nach 294 Prozent zur Jahresmeldung 2017.

Unterschiedliche Blickwinkel

Die laufenden Review-Prozesse zu Solvency II könnten den Regulierungsrahmen in den kommenden Jahren spürbar verändern, so der GDV weiter. Gemeinsam mit dem HGB schaffe Solvency II eine hohe Transparenz in der Berichterstattung. Parallel bereiteten sich die kapitalmarktorientierten Versicherer darauf vor, ihre Konzernabschlüsse auf den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 umzustellen.

Dabei sei es von großer Bedeutung, die unterschiedlichen Blickwinkel der Systeme trennscharf zu lassen. Solvency II richte den Fokus auf die Solvenzlage der Unternehmen, um die Versicherungsnehmer zu schützen und Finanzstabilität zu gewährleisten. IFRS erfülle demgegenüber eine Informationsfunktion über bilanz- und ergebnisrelevante Größen. Gleichzeitig nehme aber auch die Komplexität zu – und zwar für Anwender und Adressaten gleichermaßen. Umso wichtiger sei es, dass Kosten und Aufwand für Reportingpflichten in unterschiedlichen Systemen in einer vertretbaren Relation zum Nutzen blieben, so der GDV.

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