Strategien
1. Juli 2019

Spezialfonds-Studie ergibt Unzufriedenheit mit Risikomanagement

Mehr Alternatives, mehr ausländische Manager, mehr Risikomanagement. Mit letzterem sind ein Drittel der Anleger aber nur „bedingt zufrieden“.

Für die diesjährige Spezialfondsmarkt-Studie 2019 aus dem Hause Telos wurden deutsche institutionelle Anleger aus allen Gruppen (unter anderem Kreditinstitute, Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und -kassen, Stiftungen sowie Family Offices) im Zeitraum Februar und März 2019 befragt. Dr. Frank Wehlmann fasst die Studie zusammen: „Unsere diesjährige Spezialfondsmarkt-Studie bestätigt, dass die institutionellen Investoren aufgrund des anhaltend niedrigen Renditeumfeldes ihre Allokation zunehmend breiter ausrichten.“

Auch im Jahr 2018 konnte die Spezialfonds- Statistik zulegen, allerdings sehr mäßig. Am Jahresende vergleichen sich 1,62 (zum 31.12.2018) mit 1,59 Billionen Euro zum 31.12.2017. Von diesen 1,6 Billionen Euro institutionellem Spezialfondsgeld werden zwischen 1,1 und 1,2 Billionen Euro in Segmenten bei Masterfonds verwaltet.

Ein wenig überraschendes Ergebnis ist, dass der Anteil alternativer Investments in den Portfolien deutscher institutioneller Anleger weiter zunimmt. Dies ist auch für die Zukunft zu erwarten. Im Schnitt planen keine zehn Prozent der institutionellen Investoren, ihre Anlagen in den traditionellen Segmenten zu erhöhen. Bei alternativen Anlageklassen planen dies hingegen rund 30 Prozent der Investoren.

Ebenfalls im Vormarsch ist der Anteil der Mandate, der an ausländische Asset Manager geht. Laut der Studie gewinnen ausländische Asset Manager immer mehr Marktanteile bei deutschen institutionellen Investoren. Wurden 2016 keine 30 Prozent der Mandate von ausländischen Gesellschaften gemanagt, so liegt dieser Anteil inzwischen bei fast 50 Prozent.

Risikomanagement: Zufriedenheit sinkt

Als drittes Hauptergebnis hebt Telos hervor, dass Risikomanagement wieder stärker in das Bewusstsein der Investoren gerückt ist. Dies dürfte nicht zuletzt „dank“ der Turbulenzen an den Märkten im vierten Quartal 2018 erfolgt sein. So gaben alle Investoren an, dass ein funktionierendes Risikomanagement eine hohe beziehungsweise sehr hohe Bedeutung bei der Auswahl neuer Asset Manager einnimmt. Dass jedoch die Anbieter diesem Anspruch nicht immer gerecht werden, zeigen die Antworten der Anleger hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit dem Risikomanagement der von ihnen mandatierten Asset Manager – knapp ein Drittel gab an, dass sie nur bedingt zufrieden sind.

Bei der Zufriedenheit zeigten sich im Detail nur noch 15 Prozent der Anleger gegenüber 24 Prozent im Vorjahr „sehr zufrieden“ und auch nur 54 Prozent gegenüber 67 Prozent in 2018 „zufrieden“. Insgesamt gingen die Zufriedenheitswerte um absolut gewaltige 20 Prozent zurück. Der überwiegende Rest entschied sich für eine neutrale Positionierung (27 Prozent).

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