Pensionsfonds
26. November 2018

Studie: Klimawandel lässt US-Wirtschaft schrumpfen

Hunderte Milliarden Einbußen pro Jahr. New York ändert die Anlagestrategie bei Pensionsfonds.

In den USA hat der vierte „National Climate Assessment Report“ am Wochenende für großes mediales Aufsehen gesorgt. Der Bericht des U.S. Global Change Research Programm über zu erwartende Klimaveränderungen befasst sich mit den Auswirkungen und Risiken des Klimawandels für die USA. Der Bericht stehe im eklatanten Widerspruch zu Trumps bisheriger Regierungspolitik, berichtet zum Beispiel die New York Times. Es sei die bisher umfassendste Studie über die Auswirkungen des Klimawandels auf die US-Wirtschaft, die Gesundheitsversorgung, den Küstenschutz und die Infrastruktur des Landes. Sie beschreibt im Detail, wie die globale Erwärmung hunderte Milliarden Dollar an Schäden in den USA in den kommenden Jahrzehnten verursachen werde. Laut Fox News rechnet der Bericht vor, dass zunehmend extreme Wetterphänomene in den USA bereits seit 2015 fast 400 Milliarden Kosten verursacht hätten. Die USA müssten der Studie zufolge mit einem Temperaturanstieg von drei bis zwölf Grad bis zum Ende des Jahrhundert rechnen, abhängig von der Menge der ausgestoßenen Treibhausgase. Dem Bericht zufolge, der vom US-amerikanischen Kongress alle vier Jahre in Auftrag gegeben wird und von der Trump-Regierung am vergangenen Freitag, dem Rabatte-trächtigen Black Friday, veröffentlicht wurde, ist der Mensch für 90 Prozent der aktuellen Erderwärmung verantwortlich. Der Klimawandel, wenn er nicht bekämpft werde, werde die USA Hunderte von Milliarden Dollar pro Jahr kosten und die US-Wirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts um satte zehn Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts schrumpfen, schreibt die New York Times am Montag.

 Insbesondere in den Metropolen der USA macht man sich mittlerweile Gedanken um eine nachhaltige Reduktion der Treibhausgase und einen Ausstieg aus der fossilen Energieproduktion. So kündigte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio laut Frankfurter Allgemeine Zeitung noch während der Waldbrände in Kalifornien an, dem Beispiel der großen dortigen Metropolen zu folgen und fünf Milliarden Dollar aus der Fossilindustrie abzuziehen. Der britischen Zeitung The Guardian zufolge ist New York die größte Metropole weltweit, die damit ein vollständiges Divestment, also einen Abzug aller Gelder aus der Kohleproduktion, verfolgt. Auch das Finanzzentrum London ist bei dieser sogenannten Divestment-Bewegung mit dabei. Aktuell seien weniger als zwei Prozent der insgesamt gut sieben Milliarden schweren Pension Fund Authority in fossilen Energieträgern investiert.

De Blasio habe nun angekündigt, die Anlagestrategie in den Pensionsfonds der Metropole radikal umzubauen: Regenerative Energien sollen von ein auf zwei Prozent verdoppelt werden auf vier Milliarden Dollar. Wie die Faz berichtet, sagte Di Blasio auf einer öffentlichen Veranstaltung nahe der Wall Street: „Stellt euch vor, was wir erreichen könnten, wenn jeder der fünfzig größten Pensionsfonds im Land diesem ZweiProzent-Ziel folgen würde. Wir investieren unser Geld in das Momentum des Wandels.“

 

 

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