Recht, Steuer & IT
24. Juni 2019

Taxonomie betrifft Kosten und Daten

Datenmanagement im Fokus. Taxonomy Technical Report veröffentlicht.

In der vergangenen Woche hat die technische Expertengruppe der EU-Kommission im Rahmen des Aktionsplans Sustainable Finance ihre Empfehlungen zur Ausgestaltung der Klassifizierung für nachhaltige Anlagen (Taxonomie) veröffentlicht. Auf 414 Seiten fokussiert sich der Taxonomy Technical Report insbesondere auf den Klimawandel.

Ein Kapitel befasst sich mit den ökonomischen Auswirkungen der Taxonomie. Darin räumen die Autoren ein, dass die Taxonomie zu Beginn für Investoren zu höheren Kosten führen kann. Grund ist die Entwicklung einer passsenden IT und von passenden Prozessen. Kosten für die Implementierung der Taxonomie werden durch das Management der Daten verursacht. Diese müssen auf die Screening-Kriterien abgestimmt werden.

In einem Kommentar bezweifelt der Geschäftsführer der Diversifikator GmbH, Prof. Dr. Dirk Söhnholz, ob sich Unternehmen, die nicht auf europäische Geldanleger angewiesen sind, an der EU-Taxonomie orientieren werden. Söhnholz kritisiert zudem, dass sich bereits „alle großen und seriösen Datenanbieter seit vielen Jahren mit dem Thema „Umwelt-“ beziehungsweise ESG (Environmental, Social, Governance) Daten“ befassen. Diese hätten ihre eigenen Beurteilungssysteme entwickelt und werden sie nicht ohne Weiteres durch das EU-System ersetzen wollen. „Sie werden die Taxonomie-Daten daher wohl zusätzlich berichten. Das heißt, es fallen zusätzliche Kosten an“, schreibt Söhnholz. Allerdings seien die Experten durchaus pragmatisch. „Anleger sollen zunächst nur die Daten und Tools nutzen dürfen, die Ihnen aktuell beziehungsweise künftig zur Verfügung gestellt werden.“

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