Immobilien
14. November 2018

Tunnel in den Niederlanden, Logistik in Italien, Immobilien in China

In der Immobilienfinanzierung in Deutschland sinken die Margen. Investoren suchen Projekt-Partner im Ausland.

Die Stimmung unter deutschen Immobilienfinanzierern könnte besser sein. Im Wesentlichen lässt sich die Stimmungseintrübung auf den anhaltenden Rückgang der Margen zurückführen. Im vierten Quartal 2018 sind die Bestandsmargen auf den tiefsten Punkt seit der Erhebung des BF-Quartalsbarometers gefallen. Dieses zeigt innerhalb von fünf Jahren einen Rückgang der Margen um 62,8 Basispunkte auf 122 an. Die durchschnittlichen Projektentwicklungsmargen sind im gleichen Zeitraum um 45 auf 198 Basispunkte gesunken.

Eine Ausweichmöglichkeit bieten komplexere Real-Asset-Finanzierungen im Ausland. Fündig wurde hier per Ausschreibung die Meag, die zusammen mit Banken und anderen institutionellen Investoren das Blankenburg Projekt, ein Public Private Partnership (PPP), in den Niederlanden finanziert. Das Projekt umfasst laut Meag Planung, Bau, Finanzierung und Instandhaltung einer neuen, vier Kilometer langen Straßenverbindung mit einem Landtunnel, einem unterirdischen Tunnel, zwei Überführungen und einer Erweiterung. Mit einem Projektvolumen von knapp über einer Milliarde Euro ist Blankenburg eine der größten PPPs, die in den vergangenen Jahren in den Niederlanden realisiert wurden. Die Meag ist in den Niederlanden bereits an der Finanzierung von zwei PPP-Projekten für den Bau und den langfristigen Betrieb von Gerichtsgebäuden sowie an der langfristigen PPP-Finanzierung einer Autobahn beteiligt. Meag-Geschäftsführer Holger Kerzel: „Das Blankenburg Projekt ist eine attraktive Anlagemöglichkeit für Mandanten von Munich Re mit überschaubaren Risiken und stabilen und nachhaltigen Renditen. Die Niederlande sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie eine Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Sektor und privaten Investoren zum Wohle der Gemeinschaft erfolgreich funktionieren kann.“ Das Eigenkapital für Blankenburg stammt größtenteils von Macquarie Capital.

Höhere Margen als bei Finanzierungen in Nordeuropa sollten mit Eigenkapital-Investments in Südeuropa möglich sein. Zeitgleich mit der Bekanntgabe der Meag-Transaktion meldet Allianz Real Estate den Kauf eines Logistik-Zentrums nördlich von Parma. Der Kauf ist Teil der Strategie von Allianz, in den schnell wachsenden italienischen Logistik-Sektor zu investieren. Die Anlage werde derzeit vom Süßwaren-Hersteller Ferrero genutzt. „Der Kauf dieser Anlage stellt einen wichtigen Schritt dar hin zu unserem Ziel, eine größere Logistik-Plattform in der Region zu schaffen. Wir planen, eine starke Präsenz in dieser schnell wachsenden Asset-Klasse aufzubauen als Teil unserer Strategie, unser Portfolio in Westeuropa zu diversifizieren”, erläutert Donato Saponara, Head of Allianz Real Estate Italy.

Investments über Fonds sind für die Allianz aber ebenfalls von Relevanz. Ein Beispiel ist der Kai-Long Greater China Real Estate Fund II. Bei diesem handelt es sich um einen geschlossenen Fonds, der opportunistisch in Value-add Gewerbeimmobilien in China und Hongkong investiert. Allianz Real Estate übernimmt 35 Prozent an dem Fonds. Der Rest wird von ähnlich ausgerichteten Investoren gehalten.

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