Versicherungen
23. April 2018

Versicherer schichten sukzessive um

Die europäischen Erst- und Rückversicherer haben von 2011 bis 2016 verstärkt in Aktien sowie andere variabel verzinste Anlagen investiert. In fast gleichem Ausmaß haben sie ihre Bestände an Festverzinslichen zurückgefahren.

Das geht aus einer Analyse der auf die Assekuranz spezialisierten Rating-Agentur A.M. Best hervor. Darin fordern die Marktbeobachter die in Großbritannien und im restlichen Europa tätigen Versicherer auf, auf Anzeichen eines wirtschaftlichen Abschwungs zu achten und Veränderungen dann auch in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen, wie die Börsen-Zeitung berichtet. 
Im seit einigen Jahren bestehenden Niedrigzinsumfeld haben die Erst- und Rückversicherer ihre Kapitalanlagen von Festverzinslichen zu Aktien und nicht-traditionellen Asset-Klassen umgeschichtet, da letztere potenziell höhere Erträge abwerfen. So hätten Versicherungsverbriefungen (Insurance Linked Security, ILS) von dieser Entwicklung profitiert, schreibt A.M. Best. Allerdings sei dieser Trend nicht sehr ausgeprägt, konstatiert die Börsen-Zeitung. So habe der Anteil von Aktien und anderen variabel verzinsten Assets von 2011 bis 2016 (neuere Zahlen lagen noch nicht vor) nur um 2,9 Prozentpunkte zugenommen, während Festverzinsliche um 2,6 Prozentpunkte abnahmen. 
A.M. Best schreibt, diese Verschiebung könne sowohl Kursgewinnen bei Aktien als auch tatsächlichen Umschichtungen zwischen den Asset-Klassen zugeschrieben werden. Volumenmäßig ist die Umschichtung nicht sehr groß. Von den per Ende 2016 etwa acht Billionen Euro Kapitalanlagen der 500 größten nord- und westeuropäischen Versicherer wurden nur etwa 200 Milliarden Euro von Festverzinslichen zu börsennotierten Aktien umgeschichtet, wobei Assets für fondsgebundene Policen nicht berücksichtigt sind. 
Kontrastprogramm in der Bundesrepublik 
In Deutschland lässt sich die von A.M. Best skizzierte Entwicklung nur bedingt feststellen. Die Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer sind nach Angaben des Versicherungsverbands GDV zwischen 2014 und 2016 von 822,7 Milliarden auf 885,1 Milliarden Euro gewachsen. In dieser Phase sank der Anteil der Renten von 88,8 auf 85,9 Prozent. Nennenswerte Veränderungen bestehen bei Pfandbriefen/Covered Bonds. Ihr Anteil nahm in dem Zeitraum von 17,2 auf 14,3 Prozent ab. Im Gegenzug steig der Anteil börsennotierter Schuldverschreibungen um 2,2 Prozentpunkte auf 15,6 Prozent.  Die Aktienquote kletterte von 3,5 auf 4,4 Prozent. Mit 4,3 Prozent wird der Großteil von ihnen über Fonds gehalten. Keine signifikanten Veränderungen gab es bei Immobilien: Die Quote ging von 3,7 auf 3,6 Prozent zurück. 

portfolio institutionell 23.04.2018/Tobias Bürger
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