Versicherungen
27. September 2019

Versicherungen steigern Infrastrukturinvestitionen um 30 Prozent

GDV: Investitionsbestand 2018 bei 32 Milliarden Euro. Seit 2014 fast verfünffacht.

Der GDV hat beindruckende Zahlen zu Infrastrukturinvestitionen deutscher Versicherer geliefert. Demnach steigerten deutsche Erstversicherer ihre Investitionen in die Anlageklasse gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf rund 32 Milliarden Euro. Gegenüber 2014 hat sich der Bestand von damals 5,6 Milliarden Euro mehr als verfünffacht. Dadurch versuchen die Unternehmen, unabhängiger vom Kapitalmarkt und den niedrigen Zinsen zu werden, so der GDV in einer Meldung. Denn durch Investitionen in den Energie- oder Telekommunikationssektor, die Gas- oder Wasserversorgung und den Straßenbau können planbare und stetige Erträge erzielt werden. Auch die langen Laufzeiten passen gut zum Geschäftsmodell insbesondere der Lebensversicherer. Diese haben ihre Allokation auf 2,2 Prozent der gesamten Kapitalanlagen aufgestockt und planen weiter diese auszubauen. 2017 lag diese noch bei 1,6 Prozent.

„Die Versicherer wollen ihr Engagement ausweiten“, sagt Tim Ockenga, Leiter der Abteilung Kapitalanlagen beim GDV. Vor allem in Deutschland, wo weniger als ein Fünftel der Investitionen getätigt werden, sei jedoch die geringe Zahl an Projekten ein Hindernis. „Der hohe Auslandsanteil ist nicht nur Folge der international ausgerichteten Investitionsstrategie, sondern auch dem geringen Angebot in Deutschland geschuldet. Es gibt hierzulande einfach zu wenige Vorhaben, an denen sich private Investoren beteiligen können“, so Ockenga. Der GDV dringt daher auf eine Ausweitung öffentlicher Infrastrukturprojekte unter Einbeziehung privater Kapitalgeber mit dem Argument, dass diese „in puncto Qualität, Termintreue und Kosteneffizienz  gegenüber rein öffentlichen Bauvorhaben erwiesenermaßen oft besser“ abschnitten. Gerade für den Klimaschutz erhofft sich der GDV Unterstützung auch aus Brüssel. Ob Versicherer allerdings bei aktuell negativ rentierenden Bundesanleihen lukrativere Finanzierungskonditionen anbieten können, um privates Geld zum Einsatz zu bringen, scheint doch sehr fraglich. Gerade nach der noch nicht juristisch abschließend geklärten Nachforderung durch die Betreibergesellschaft A1 Mobil über 778 Millionen Euro sind diese zudem politisch umstritten. Die vorab erstellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden regelmäßig von Rechnungshöfen in Frage gestellt.

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