Alternative Anlagen
25. März 2019

Wie man Private-Debt-Risiken in den Griff bekommt

Diversifikation, Seniorstrukturen und die Wahl kleinerer Segmente senken das Risiko. Analyse von Yielco Investments.

Das Fundraising von Private-Debt-Fonds befindet sich global bereits seit dem Jahr 2015 auf oder über dem Level, das im Jahr 2008 erreicht wurde. Im „Finanzkrisenjahr“ sammelten die Private-Debt-Fonds 100 Milliarden Dollar ein. Mit dieser Entwicklung geht einher, dass sich die Verschuldungsgrade der finanzierten Unternehmen stetig erhöht und gleichzeitig die Kreditkonditionen zu Lasten der Kreditgeber verschlechtert haben. Andererseits geraten die Renditen auf Grund des hohen Kapitalzustroms unter Druck. Dies konstatiert Yielco Investments in einer aktuellen Analyse. In dieser untersucht der Infrastrukturspezialist, wie es um das Risiko von Private Debt Investments im Krisenfall bestellt ist und wie sich dieses senken lässt.

In einer empirischen Betrachtung – wofür Yielco sich auf Daten von Cepres stützt – fällt den Studienautoren zunächst auf, dass US-Investments generell eine deutlich höhere Rendite als europäische Investments bei deutlich geringerem Risiko erzielt haben. Außerdem sei lediglich mit den schlechtesten 25 Prozent der Transaktionen in Europa während der Finanzkrise ein leicht negatives Ergebnis erzielt worden. Die Verlustquoten liegen mit zehn bis zwölf Prozent deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Unter Berücksichtigung de Haltedauer ergeben sich jährliche Verlustquoten von drei bis 3,5 Prozent. Dagegen liegt der langjährige Durchschnitt eher bei 0,5 bis 1,3 Prozent.

Weniger Mezzanine

Ferner streicht Yielco die Beobachtung heraus, dass für Investments, die während der Krisenjahre 2008/09 getätigt wurden, die US-Verluststatistiken durchgängig besser ausfallen als die europäischen Werte. Dieses gegenläufige Ergebnis liegt nach Einschätzung von Yielco daran, dass in diesen Jahren in Europa Private Debt vor allem in der Form von Mezzanine vergeben wurde, während in den USA bereits damals ein signifikanter Direct-Lending-Anteil (Senior Debt) festzustellen ist. Ferner waren die in Europa eingesetzten Finanzierungsstrukturen in vielen Fällen sehr komplex, so dass im Restrukturierungsfall nicht schnell und effektiv genug gehandelt werden konnte, um Kreditausfälle zu verhindern. Am Rande: Den allgemein zu beobachtenden Renditerückgang führt Yielco auch auf den schrumpfenden Anteil der höher rentierlichen Mezzanine-Finanzierungen zurück.

Zu den Untersuchungsergebnissen zählt ebenfalls, dass sich eine zeitliche Diversifikation in Form deutlich reduzierter Verlustquoten bezahlt macht. Risikosenkend wirkt auch, eine weniger nachrangige Gläubigerposition einzunehmen. Außerdem empfiehlt Yielco, auf die Fondsgrößen zu achten: „Zykluserprobte Manager mit einem Small-/Mid Market Ansatz sind im Vergleich zum oberen Marktende einem geringeren Wettbewerb um Transaktionen ausgesetzt. Die zuletzt signifikant gestiegenen Fondsgrößen üben einen erheblichen Investitionsdruck auf Upper Mid Market Manager aus, was sich wiederum in mangelnder Kreditselektion und abgeschwächten Kreditkonditionen äußert.“ Eine weitere Empfehlung aus dem Hause Yielco sind Specialty Lending Fonds.

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