Versicherungen
15. Juni 2018

ZZR: GDV macht Druck

Änderung der Zinszusatzreserve sei nicht nur möglich, sondern auch dringend erforderlich. Problem der „Buckelbildung“.

Der GDV macht sich für eine Anpassung der Zinszusatzreserve (ZZR) stark. Laut dem Verband der Versicherungsunternehmen haben die Lebensversicherer seit 2011 einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 60 Milliarden Euro aufgebaut und damit ihre langfristigen Garantiezusagen gegen den Zinsverfall abgesichert. „Angesichts wieder steigender Zinsen ist eine Änderung der ZZR-Regelung nicht nur möglich, sondern auch dringend erforderlich, um eine massive Ausweitung der Reserve zu Lasten vieler Versicherter zu vermeiden“, schreibt der GDV.
Bliebe es bei der Berechnungsformel aus dem Jahr 2011, stiege die Reserve von derzeit 60 Milliarden Euro auf bis zu 180 Milliarden Euro im Jahr 2023. Dies wäre deutlich mehr, als für die Absicherung der Garantien erforderlich ist, rechnet der Verband vor. Zu finanzieren sind diese Aufwendungen überwiegend nur durch die Realisierung von Bewertungsreserven. Die Branche wird dadurch zu kostenträchtigen Umschichtungen ihrer Anleiheportfolien gezwungen. Das mache wenig Sinn und sei nicht im Interesse der Versicherten.
Ein Festhalten an der bisherigen Formel würde auch viele Kunden benachteiligen. Wie der GDV argumentiert, käme es nach dem schnellen Anstieg der Reserve ab 2024 zu einem schnellen Abbau. Diese sogenannte Buckelbildung würde zu Lasten der Kunden gehen, deren Verträge bis 2024 enden. Sie haben zwar stark zum Aufbau der ZZR beigetragen, würden aber nicht mehr vom Abbau der Reserve profitieren – anders als Kunden mit länger laufenden Verträgen.
Die Zinszusatzreserve sei aber nach wie vor ein wichtiges Instrument – ihr Aufbau sollte aber nach Ansicht des Verbands „auf das notwendige Tempo gebremst werden“. Damit eine Änderung der Berechnungsformel noch 2018 wirksam werden kann, müsse die Politik die Formel noch im Sommer ändern. Sinnvoll wäre die Ergänzung eines Zinskorridors, der den Aufbau der Zinszusatzreserve begrenzt.  
portfolio institutionell 15.06.2018/Patrick Eisele 
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