Immobilien
16. Juli 2019

100 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds

Nettomittelzuflüsse im ersten Quartal 2019 bei drei Milliarden Euro. Fondsanbieter setzen auf Spezialisierung.

Das Nettofondsvermögen aller offenen Immobilien-Publikumsfonds erreichte zum Ende des ersten Quartals 2019 laut BVI rund 101,1 Milliarden Euro. Damit wurde erstmals die Marke von 100-Milliarden-Euro überschritten. Die Nettomittelzuflüsse der offenen Vehikel summierten sich in den ersten drei Monaten 2019 auf 3,0 Milliarden Euro. Dies ist deutlich mehr als in den Vorjahreszeiträumen, in denen dieser Wert bei 1,7 Milliarden Euro (2018) beziehungsweise 2,4 Milliarden Euro (2017) lag.

Ein Vergleich des Nettofondsvermögens der Vorjahre zeigt das starke Wachstum in dem Segment der offenen Immobilienfonds: Am 31. März 2018 hatte das Nettofondsvermögen noch bei 93,3 Milliarden Euro und am 31. März 2017 bei 88,3 Milliarden Euro gelegen. Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal, kommentiert diese Entwicklung: „Das Überschreiten der 100-Milliarden-Euro-Marke ist ein historischer Schritt für die offenen Immobilien-Publikumsfonds. Das Wachstum und die anhaltend hohen Mittelzuflüsse zeigen, dass die Nachfrage vonseiten privater Investoren ungebrochen hoch ist und aktuell sogar weiter zunimmt.“ Das Wachstum und die hohe Nachfrage spiegeln sich Intreal zufolge in zahlreichen neuen Produktinitiativen wider. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien acht neue offene Immobilienfonds aufgelegt beziehungsweise angekündigt worden. „Darunter waren etablierte Anbieter wie Deka Immobilien oder Union Investment, aber auch Häuser, die neu in das Geschäftsfeld eingestiegen sind wie KGAL oder Industria Wohnen“, führt Schneider aus.

Von der hohen Nachfrage nach offenen Immobilienfonds profitierten nicht nur die etablierten, „alten“ Fonds, sondern auch die neu aufgelegten. Dies liege unter anderem daran, dass ein Großteil der älteren, großen Fonds nicht frei investierbar sind, sondern mit Kontingentierungen arbeiteten. Das bedeute, dass nur bestimmte, vorher festgelegte Eigenkapitaltranchen zur Einwerbung an den Vertrieb gegeben würden. Dies betreffe laut Scope Ratings beispielsweise alle Fonds von Deka Immobilien und alle Fonds von Union Investment. „Der Mangel an verfügbaren Produkten zeigt, dass die neuen Fondsinitiativen mehr als gerechtfertigt sind“, sagt Schneider. „Zudem ist derzeit am Markt genügend Nachfrage für weitere neue Fonds vorhanden. Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende 2020 noch weitere Fondsauflagen sehen werden.“

Die Herausforderung für die Anbieter sei weiterhin der Ankauf beziehungsweise der Portfolioaufbau. „Die Fonds sind gezwungen, in der Hochpreisphase ein Portfolio aufzubauen“, sagt Schneider. „Fondsanbieter reagieren darauf unter anderem mit einer zunehmenden Spezialisierung. So gibt es seit wenigen Jahren die ersten offenen Fonds, die in Wohnimmobilien investieren. Ein anderes Beispiel ist ein erster offener Fonds, der ausschließlich in Nahversorger investieren will.“

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