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7. Juni 2021

24 Milliarden Euro mehr für Spezialfonds in Q1

Negatives Mittelaufkommen bei Versicherungen. Marktanalyse offenbart Skepsis bezüglich Krypto-Assets.

Es läuft für den deutschen Spezialfonds: In den ersten drei Monaten 2021 wurden in Summe 23,9 Milliarden Euro netto in Spezialfondsmandaten allokiert. „Frisches“ Geld bekamen die Spezialfonds in Höhe von 58,4 Milliarden Euro. Besonders auffällig in Q1: Bei Versicherungen war das Nettomittelaufkommen negativ. Bei den anderen Anlegergruppen legten die Spezialfonds an Volumen zu. Insgesamt liegen in Spezialfonds rund zwei Billionen Euro. Diese Zahlen und Entwicklungen finden sich im aktuellen Spezialfondsmarkt Quarterly von Kommalpha. Die Analyse erfolgt auf Basis von Daten der Bundesbank.

Die Zuflüsse an frischem Geld waren im ersten Quartal 2021 bei Altersvorsorgeeinrichtungen mit 15,3 Milliarden Euro und Versicherungen mit 14,2 Milliarden Euro mit Abstand am höchsten. Der Blick auf das vorher skizzierte Nettomittelaufkommen und eine entsprechende Differenzenbildung bringt allerdings zutage, dass Altersvorsorgeeinrichtungen lediglich 5,3 Milliarden Euro an Liquidität entzogen haben und Versicherungen 16 Milliarden Euro. Bei Altersvorsorgeeinrichtungen landeten im ersten Quartal 2021 rund 66 Prozent der frischen Mittelzuflüsse netto in Spezialfonds und bei Versicherungen gar nichts – es wurden netto sogar Mittel entzogen. „Dieses unterschiedliche Profil der Cashflows der beiden größten Anteilseignergruppen im ersten Quartal 2021 ist sehr bemerkenswert“, konstatiert Kommalpha-Vorstand Clemens Schuerhoff.

Sucht man nach den Gründen für die Entwicklung bei den Versicherungen fällt auf, dass die Mittelzuflüsse mit 14 Milliarden Euro deutlich unter dem Wert des ersten Quartals des Vorjahres liegen. Damals lag dieser Wert bei über 20 Milliarden Euro. „Das Spezialfondsgeschäft von Versicherungen ist seit geraumer Zeit sehr dynamisch. Es werden viele Spezialfondsanteile gedreht und in Summe viel Liquidität entzogen, die außerhalb des Spezialfondsmantels allokiert wird oder für betriebliche Liquiditätsbedürfnis eingesetzt wird“, lautet die Einschätzung von Clemens Schuerhoff. Für den weiteren Jahresverlauf darf man gespannt sein.

Aderlass bei Rentenspezialfonds

Wie die Fondskategorien zeigen, liegen gemischte Wertpapierspezialfonds im ersten Quartal 2021 mit Abstand beim Nettomittelaufkommen vorn. Sie sammelten 12,2 Milliarden Euro an Netto-Cash ein. Auf Platz zwei liegen Immobilienspezialfonds mit 3,5 Milliarden Euro vor Aktienspezialfonds mit 3,2 Milliarden Euro. Angesichts des Zinsumfeldes wenig überraschend: Rentenspezialfonds verzeichneten Nettomittelabflüsse von in Summe rund 600 Millionen Euro.

Allerdings versuchen die Bond-Manager gegen die Zinsmisere anzukämpfen und gehen mehr ins Risiko. Ein Blick in die Rentenspezialfonds legt offen, dass der größte Teil der Schuldverschreibungen in Titeln von Emittenten außerhalb der EWU investiert ist. „Die regionale Struktur der Bond-Emittenten und vor allem der geringe Anteil deutscher Titel sind überraschend und vermutlich Ausdruck der Zins- beziehungsweise Renditemisere bei guten Emittentenbonitäten“, sagt Schuerhoff. „Es ist stark davon auszugehen, dass die Bond-Manager in der Vergangenheit stetig die Risikoleiter hinaufgeklettert sind und das Investmentuniversum im Rentenbereich stetig ausgeweitet haben, um überhaupt noch Realkapitalerhalt zu erreichen.“

Skepsis bezüglich Krypto-Assets

Unterstützt wird das Spezialfonds-Quarterly von BNP Paribas Securities Services, DZ Bank und Deka. Diese Häuser erörterten im Rahmen der Publikation auch, ob die offenen Spezial-AIF bald 20 Prozent in Krypto-Werte investieren. Diese Quote erlaubt das jüngst verabschiedete Fondsstandortgesetz. Vertreter der drei Häuser zeigen sich jedoch skeptisch. Aspekte der Regulatorik und der ESG-Trend sprechen gegen Krypto-Assets, sagt Denis Fries. Der Leiter institutionelles Fondsmanagement, Deka Investment, erwähnt bezüglich ESG Energiebedarf, Terrorfinanzierung und Geldwäsche. „Aus der Perspektive des Fondsmanagements fehlt zudem ein fundamentales Modell zur Bewertung. Es bestehen abnehmende Diversifikationseffekte im sogenannten „Risk-On“-Umfeld und es besteht eine zwischen 4,4- bis 5,4-fache Volatilität im Vergleich zu einer Anlage in Gold. Dadurch erodiert der Korrelationsbeitrag eines Krypto Assets“, so Friess.

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