Immobilien
28. September 2020

264 Immobilienfonds stehen zur Zeichnung bereit

Wohnimmobilienfonds dominieren. Zielrenditeerwartung diversifizierter Strategien bei durchschnittlich sieben Prozent.

Laut einer Übersicht des Beratungsunternehmens Wüest Partner Deutschland stehen aktuell 264 Immobilienfonds zur Zeichnung für deutsche institutionelle Investoren bereit. Für die Analyse wurden 100 Immobilienfondsmanager befragt, die aktuell oder in der Vergangenheit Produkte für deutsche Investoren angeboten haben, rund 70 Prozent haben geantwortet. Ein starker Fokus auf den Heimatmarkt setzt sich dabei auch aktuell noch fort: 63 Fonds adressieren Deutschland, 58 Fonds Europa. Auch 50 Produkte mit US-Fokus sind verfügbar. Bei diesen dominieren laut der Analyse diversifizierte Strategien, während bei Fonds mit Fokus Deutschland nach Nutzungsarten spezifizierte Fonds die Regel sind. Eine Nutzungsart ist dabei besonders häufig anzutreffen: Wohnimmobilien. Diese liegen von der Anzahl her deutlich vor Büro- sowie Logistik- und Retailimmobilienfonds.

Die Häufigkeit der Nutzungsarten steht dabei in umgekehrten Verhältnis zu ihrer erwarteten Rendite: Während die Zielrenditeerwartung über die gesamte Haltedauer zum Zeitpunkt der Auflage (IRR p.a.) für Wohnimmobilienfonds in Deutschland 4,3 Prozent beträgt, liegen diese für Büroimmobilien ebenso bei 6,7 Prozent wie wie für Logistikimmobilien. Retail-Parks liegen mit 5,5 Prozent etwas niedriger. Diversifizierte Produkte zielen auf 7,0 Prozent durchschnittlich ab. Stefan Stute, Director und Head of Investment Consulting bei Wüest Partner Deutschland kommentiert wie folgt: „Die uns von den Investment Managern gemeldeten Zielrenditeerwartungen weisen eine deutliche Spreizung auf. Insofern ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Insgesamt zeigen die Zielwerte jedoch, dass selbst mit defensiven Wohnstrategien unter Einsatz von Fremdkapital attraktive Renditen erwirtschaftet werden können.“

Geringere Auswahl für VAG-Anleger

Defensive Wohnimmobilien dominieren bei den Nutzungsarten und auch anderweitig herrschen risikogedämpfte Ausrichtungen vor. So entfallen rund 68 Prozent aller Fonds auf das Core-Segment, in Deutschland sogar 75 Prozent aller Fonds. Ausnahme sind diesbezüglich Fonds mit Fokus USA, zumindest für nach der Anlageverordnung regulierte Anleger. Zunächst einmal müssen diese viele der 50 Produkte aussortieren, da diese sich nicht eindeutig zuordnen ließen. Von den 17 Produkten, die VAG-Anlegern mit Fokus USA zur Verfügung stehen, gibt es sogar mehr Value-Added-Produkte (neun) als Core-Produkte (sieben). Diese lassen sich wahlweise der Beteiligungsquote oder der Immobilienquote zuordnen. Stefan Stute kommentierte mit Blick auf die insgesamt hohe Core-Fokussierung: „Ein sicherer Cashflow ist für die meisten institutionellen Investoren weiterhin der wichtigste Anlagefaktor. Wertorientierte Investmentstrategien, die sich primär auf die Gewinnrealisierung und weniger auf die laufende Ausschüttung fokussieren, bilden aktuell einen Anteil von rund 25 Prozent am gesamten Investmentuniversum.“

Sollte es diesen Fonds gelingen, attraktive Objekte zu ergattern, dürfte das Problem einer Fremdkapitalfinanzierung das geringste sein. Mit gewisser Wahrscheinlichkeit dürfte diese in Zukunft von einem Blackstone-Fonds kommen, den Blackstone kürzlich final geschlossen hat. Mit gigantischen acht Milliarden US-Dollar kam der Blackstone Real Estate Debt Strategies IV auf fast die Hälfte des gesamten Kapitals, welches year-to-date in Fundraising-Runden für Real Estate Debt Funds zur Verfügung gestellt wurde, so PERE.

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