Alternative Anlagen
8. März 2019

ESMA-Bericht: AIF in der EU bei 4,9 Billionen Euro

Aufsichtsbehörde stellt neuen Bericht zu Alternativen Investmentsfonds in der EU vor. Mögliche Liquiditätsrisiken bei Immobilienfonds.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat ihren ersten statistischen Bericht zu in der EU aufgelegten Alternativen Investment Fonds (AIF) veröffentlicht. Das gab der Bundesverband Alternative Investments (BAI) am Donnerstag bekannt. Die Studie beziffert den Net Asset Value (NAV) des AIF-Sektors in der EU auf 4,9 Billionen Euro – und damit auf fast ein Drittel der gesamten Fondsindustrie der Europäischen Union. Der Bericht basiert auf Daten von 26.378 AIFs, die 80 Prozent des Marktes repräsentieren. Er wird künftig jährlich publiziert.

81 Prozent institutionelle Investoren
Dachfonds nahmen dabei 16 Prozent des AIF-Marktes ein, gefolgt von Immobilienfonds mit elf Prozent, Hedgefonds (fünf Prozent) und Private-Equity-Fonds (vier Prozent). Dass auf die Kategorie “Andere AIF“ geradezu zwei Drittel des Marktes (63 Prozent) entfallen, zeuge von möglichen Klassifizierungsproblemen und daher sei eine tiefergehende Analyse durch die ESMA zu erwarten, so der Bundesverband Alternative Investments (BAI). Laut Pressemitteilung werden die meisten AIF an institutionelle Kunden vertrieben (81 Prozent). Retail-Kunden (19 Prozent) seien am stärksten in Dachfonds und Immobilienfonds investiert. Der Markt für AIF habe generell ein niedriges Risikoprofil mit begrenztem Gebrauch von Leverage bei den meisten AIF, ausgenommen Hedgefonds, deren Leverage hauptsächlich vom Gebrauch von Derivaten zur Erhöhung der Exposure (synthetic leverage herrühre als von direkter Kreditaufnahme.

Liquiditäsrisiko bei Immobilienfonds
Das Liquiditätsrisiko sei außerdem für die meisten AIF begrenzt, wobei die Liquidität ihrer Portfolios größer sei als die Liquidität, die Investoren angeboten würde. Nichtsdestotrotz seien Immobilienfonds einem signifikanten Liquiditätsrisiko ausgesetzt, da sie in illiquide Assets investierten, während sie Investoren erlaubten, ihre Anteile innerhalb einer kurzen Zeitraums zu verkaufen. Diese Liquiditätsungleichgewicht sei bedenklich, vor allem wegen des hohen Anteils an Retail-Kunden in Immobilienfonds (26 Prozent).

ESMA-Chariman Steven Maijoor sagte zum Bericht: „Die heute vorgestellte Analyse der gesammelten Daten zu AIF gibt einen ersten umfassenden Überblick dieses bedeutenden Sektors. Diese Sammlung und Analyse von Daten unterstützt die ESMA und auch die nationalen zuständigen Behörden bei ihrer Aufgabe, den Schutz von Investoren voranzutreiben und stabile Finanzmärkte in der Europäischen Union zu fördern. Unsere Daten haben einige Aspekte in den Vordergrund gerückt, die weiter beobachtet werden sollten wie die Klassifizierung der AIFs und das Ungleichgewicht bei der Liquidität im Immobiliensektor, wo ein hoher Anteil von Retail-Investoren auf ein potenzielles Risiko für Investoren hinweist.“

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