Versorgungswerke
8. Dezember 2025

Versorgungswerk auf Wachstumskurs

Die ÄVWL steigert die Zahl ihrer Mitglieder deutlich. Ein nennenswertes Plus gibt es auch bei den Kapitalanlagen, die durch nachhaltige Infrastrukturprojekte erweitert werden.

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) investiert seit Jahren in nachhaltige Infrastrukturprojekte. Dazu gehören beispielsweise Windparks im südfinnischen Lappfjärd oder Photovoltaikparks in Spanien, die nach Unternehmensangaben eine klimaschonende Energiegewinnung und -nutzung ermöglichen. Auch investiert die ÄVWL in den Glasfaserausbau, um den Breitbandzugang zu verbessern und die Digitalisierung voranzutreiben.

Im Mai dieses Jahres ist ein weiteres Infrastrukturprojekt hinzugekommen, wie dem neuen Versorgungsmagazin der ÄVWL zu entnehmen ist. Demnach hat die Ärzteversorgung eine Namensschuldverschreibung zur mittelbaren Finanzierung der Funkturmmasten der Vantage Towers AG gezeichnet. Das Unternehmen ist ein europaweit tätiger Funkmastbetreiber mit Hauptsitz in Düsseldorf. Vantage Towers errichtet, betreibt und vermietet passive Netzinfrastruktur für Mobilfunk.

Und seit Frühjahr 2025 ist das Versorgungswerk über eine Namensschuldverschreibung an der Finanzierung von sieben Photovoltaikparks in Norditalien beteiligt. Die Projekte werden von der international tätigen Ellomay Capital Limited umgesetzt – laut ÄVWL einem erfahrenen Spezialisten für Erneuerbare Energien.

Insgesamt 198 Megawatt Peak (MWp) an geplanter Leistung sollen die sieben Solarparks in den Regionen Piemont, Marken und Lazio liefern. Drei der Anlagen – mit einer Gesamtleistung von 38 MWp – wurden im Laufe der Jahre 2024 und 2025 schrittweise an das Netz angeschlossen. Die Inbetriebnahme der verbleibenden vier Parks mit weiteren 160 MWp ist bis Mitte 2026 vorgesehen.

Die technische Lebensdauer der Anlagen beträgt den Angaben zufolge plangemäß bis zu 35 Jahre. Der erzeugte Strom werde teils über Stromabnahmeverträge an einen international tätigen Energieversorger sowie teils über die italienische Strombörse zu jeweils aktuellen Marktpreisen verkauft. Die Finanzierung durch die ÄVWL sei langfristig angelegt und umfasse sowohl die Bau- als auch die Betriebsphase.

Zahlen auf einen Blick

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe befindet sich in jeder Hinsicht auf Wachstumskurs. Wie zuvor bereits berichtet, begrüßte das berufsständische Versorgungswerk mit Sitz in Münster vergangenes Jahr 3.351 neue Mitglieder. Gegenüber 2023 ist das ein Plus von 21,5 Prozent. Zum Jahresende lag die Zahl der Mitglieder insgesamt bei 49.251 – das waren 3,3 Prozent mehr als im Turnus davor.

Angesichts des Mitgliederzuwachses kletterte auch die Höhe der Beitragseinnahmen deutlich. Hier ging es um 3,7 Prozent auf nunmehr 690,8 Millionen Euro rauf. An Versorgungsleistungen standen diesem Betrag 657,7 Millionen Euro gegenüber.

Auch bei den Kapitalanlagen verzeichneten die Münsteraner ein ordentliches Plus von 3,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Damit zählt die ÄVWL zu den größten berufsständischen Versorgungswerken. Das älteste und mit Abstand größte ist übrigens die Bayerische Ärzteversorgung mit Kapitalanlagen von rund 31 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verbuchten die Münsteraner im vergangenen Jahr eine Nettokapitalrendite bezogen auf die gesamten Kapitalanlagen von 3,8 Prozent. 2023 lag die Kennziffer bei 3,5 Prozent. Insgesamt verbuchte die ÄVWL 2024 Vermögenserträge von 631,3 Millionen Euro (i.V.: 663,1 Millionen Euro).

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