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19. Dezember 2025

Divestments: Öffentlichkeit schafft Wirkung

Ethisches Investment hat mehrere Dimensionen: Es verhindert die eigene Verstrickung in unethische Geschäftspraktiken und reduziert finanzielle Risiken, die mit fragwürdigen Geschäftsmodellen verbunden sind. Zugleich möchte man als ethischer Investor aber auch zu einer besseren Welt beitragen.

Für die positive Wirkung ist die öffentliche Kommunikation von Entscheidungen für ein fossiles Divestment sehr relevant, das zeigte eine Studie der Universität Oxford bereits 2013. Die öffentliche Kommunikation von Divestments wirkt in Richtung Gesellschaft und Finanzmarkt: In Richtung gesellschaftlicher Debatten macht sie die zentrale Rolle fossiler Brennstoffe und der sie fördernden Unternehmen für die Verursachung der Klimakrise sichtbar. Die Debatte über die Erwähnung des fossilen Ausstiegs im Abschlussdokument der COP30-Konferenz zeigt, wie relevant dies ist. Zudem verringert die öffentliche Problematisierung fossiler Geschäftsmodelle das politische Kapital dieser Unternehmen und erschwert ihre Versuche, klimapolitische Maßnahmen zu verwässern. Öffentlichkeit sendet zudem wichtige Signale an die Finanzmärkte: Sie trägt zur Etablierung von Normen für verantwortungsbewusstes Investieren bei und sensibilisiert selbst nicht-ethische Anleger für die finanziellen Risiken von Unternehmen, deren Geschäftsmodell vom Scheitern ambitionierter Klimapolitik und völkerrechtlicher Verpflichtungen abhängt.

Diese Wirkmechanismen der Öffentlichkeit sind insbesondere bei kirchlichen Investoren bedeutsam, deren gesellschaftlicher Einfluss und moralische Vorbildfunktion im Vergleich zu anderen Anlegern besonders groß ist. Umso mehr freuten wir uns als Christians for Future, dass 46 große kirchliche Einrichtungen in Deutschland – darunter fast alle Mitglieder des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren der evangelischen Kirche – unserem Aufruf folgten und im November ihr vollständiges oder teilweises Divestment öffentlich bekannt gaben. Dies fand große mediale Aufmerksamkeit und positive Resonanz. Damit zählen sie nun zu den 1.731 Institutionen weltweit, die ihr Divestment veröffentlichten.

Wir hoffen, dass weitere kirchliche wie auch nichtkirchliche Investoren diesem Beispiel folgen. Christians for Future wird gemeinsam mit der Christlichen Initiative Klimagerechtigkeit e.V. im kommenden Jahr darauf hinarbeiten. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung – sei es durch die Veröffentlichung Ihres eigenen Divestments oder durch eine aktive Unterstützung des Vereins.

Georg Sauerwein, aktiv bei Christians for Future und 1. Vorsitzender der Christlichen Initiative Klimagerechtigkeit e. V.

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