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13. Januar 2026

Ausfinanzierungsgrad im Dax markiert neues Rekordhoch

Steigende Pensionsvermögen und sinkende Pensionsverpflichtungen sind der Stoff, aus dem die Träume der Versicherungsmathematiker sind. Auch Finanzvorstände und Treasurer können jubeln.

Die Pensionsvermögen der Unternehmen im Dax-40 sind im vergangenen Jahr um circa zwölf Milliarden Euro auf etwa 273 Milliarden Euro gewachsen. Das zeigt eine aktuelle Schätzung des Beratungsunternehmens Mercer auf Basis der zuletzt veröffentlichten Geschäftsberichte der Unternehmen sowie aktueller Kapitalmarktinformationen.

Zurückgeführt wird das Plus auf die Kapitalmarktentwicklung: Während an den Anleihemärkten im Jahr 2025 Kursverluste zu beobachten waren, haben sich die anderen Anlageklassen überwiegend positiv entwickelt, wie Mercer zusammenfasst. Insgesamt habe das zu einem Anstieg der Pensionsvermögen geführt. Ihren bisherigen Höchststand von fast 300 Milliarden Euro markierten die Pension Assets am Jahresende 2021.

Im Vorjahr ging die Entwicklung an den Anleihemärkten mit einem deutlichen Anstieg des Rechnungszinssatzes einher, mit dem die Firmen ihre Pensionsverpflichtungen diskontieren. Dadurch sei der Wert der Pensionsverpflichtungen in den Abschlüssen nach internationalen Bilanzierungsstandards (IFRS) der Dax-Unternehmen von 317 Milliarden Euro auf etwa 291 Milliarden Euro gesunken.

Der Ausfinanzierungs- oder auch Deckungsgrad – also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen – stieg damit um mehr als zehn Prozentpunkte an und erreichte einen Rekordwert von 93 Prozent. Die für Pensionseinrichtungen wichtige Kennzahl hatte schon Ende 2024 eine Spitzenmarke von 82 Prozent erreicht und war auch zur Jahresmitte 2025 auf Höhenflug.

Unternehmen können Pensionsrisiken jetzt noch günstiger auslagern

Der gestiegene Zins und der damit verbundene hohe Deckungsgrad eröffnen den Unternehmen nach Einschätzung von Dr. André Geilenkothen, Leiter Pension Funding Consulting bei Mercer Deutschland, „weitere De-Risking-Möglichkeiten. Insbesondere Ausfinanzierungsformen wie der Pensionsfonds und die Nutzung von Rentnergesellschaften können operationelle und bilanzielle Risiken weiter reduzieren“, ist der Fachmann überzeugt. Außerdem könnten die Liquiditätsabflüsse vermindert beziehungsweise optimiert werden, wie Geilenkothen erklärte.

Die Änderung der Zusammensetzung des Dax-40 hat laut der neuen Untersuchung einerseits nur geringfügige Auswirkungen auf den Umfang des Pensionsvermögens. Im Herbst hatten die Porsche AG (nicht aber die Porsche Automobil Holding) und Sartorius den deutschen Leitindex verlassen, während GEA Group und Scout-24 neu aufgenommen wurden. Das hatte zu einem Anstieg des Pensionsvermögens von einer halben Milliarde Euro geführt. Andererseits kam es zu einer Erhöhung der Pensionsverpflichtungen von etwa einer halben Milliarde Euro.

Viele Einflussfaktoren beeinflussen das Planvermögen

Die vorliegenden Resultate wurden auch durch Zahlungen aus dem Planvermögen beeinflusst. Diese lagen laut Mercer erneut höher als die neuen Zuwendungen des Jahres 2025. Das habe zu einem Mittelabfluss von schätzungsweise sieben Milliarden Euro geführt. Unter Berücksichtigung dieser Effekte haben die Dax-40-Unternehmen mit ihren Pensionsvermögen eine Rendite von über sieben Prozent eingefahren.

Die Mercer Yield Curve, das Zinsberechnungsverfahren von Mercer, zeigt im Jahr 2025 einen Anstieg des Rechnungszinssatzes von etwa 0,8 Prozentpunkten für eine durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) von 15 Jahren. Bei einer kürzeren Duration war der Anstieg geringer, bei einer längeren Duration höher, so die Experten. Ähnlich habe die Entwicklung bei Verwendung der Berechnungsmethoden anderer Gutachterhäuser oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ausgesehen.

Die tatsächliche Veränderung des Rechnungszinssatzes der Dax-Unternehmen muss man im Einzelfall betrachten. Sie hängt vom verwendeten Verfahren, der Zusammensetzung des Personenbestandes, den konkreten Zusagen und weiteren Faktoren ab.

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