Käufer aus dem In- und Ausland setzen auf deutsche Logistik
Der hiesige Markt für Investments in Industrie- und Logistikimmobilien lieferte 2025 unspektakuläre Resultate ab. Zugleich verzeichnete er ein fulminantes Comeback deutscher Investoren.
Der deutsche Markt für Industrie- und Logistikimmobilieninvestments verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 ein Transaktionsvolumen von insgesamt 6,58 Milliarden Euro und lag damit 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Höchststände von jeweils rund zehn Milliarden Euro, die der Markt in den Jahren 2021 und 2022 erreicht hatte, bleiben in weiter Ferne, wie die Abbildung zeigt.
Trotz des geringeren Gesamtvolumens blieb der Markt auch 2025 in Bewegung, wie der globale Immobiliendienstleister CBRE berichtet. Von dort heißt es, dass die Dealaktivität vor allem im kleinen und mittleren Segment spürbar zugenommen habe. Dies zeigte sich speziell in der Ticketgröße von 20 bis 49,9 Millionen Euro. Ihr Anteil am Transaktionsgeschehen stieg von 17 Prozent im Jahr 2024 auf 32 Prozent im Jahr 2025 und markierte damit den stärksten Zuwachs innerhalb der Volumenklassen.
Große Deals waren 2025 selten
Der Rückgang des gesamten Investitionsvolumens sei vor allem darauf zurückzuführen, dass großvolumige Einzel- und Portfoliotransaktionen seltener realisiert wurden. Besonders deutlich wird dies bei den Portfoliotransaktionen, bei denen große Pakete an Immobilien auf einen Schlag den Eigentümer wechseln. Ihr Anteil sei im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozentpunkte auf 32 Prozent des gesamten Transaktionsgeschehens gesunken.
Dass großvolumige Deals oberhalb der 100-Millionen-Euro-Marke deutlich seltener waren, begründet Tom Franke, Leiter für Logistics Investments bei CBRE in Deutschland, damit, dass potenzielle Verkäufer nicht bereit gewesen seien, „von diversen Investoren erwartete Preisabzüge aufgrund der Größe der Transaktion zu akzeptieren. Dennoch sehen wir, dass das Interesse sowohl internationaler als auch deutscher Investoren an größeren Tickets wieder an Fahrt gewinnt.“ Insgesamt wurden voriges Jahr nur acht Transaktionen in dieser Größenklasse registriert. Das entspricht einem Rückgang von 65 Prozent.
Nach Angaben von Kai F. Oulds, Leiter im Bereich Industrial und Logistics bei CBRE in Deutschland, hat das Transaktionsvolumen im Jahresverlauf von Quartal zu Quartal zugenommen. „Das höchste Investoreninteresse sehen wir in den etablierten Nutzermärkten des deutschen Industrie- und Logistiksegments – von Hamburg über das Ruhrgebiet bis in den Raum Stuttgart.“ Entscheidend bleibe dabei die Qualität der Lage. Mikrolage, Anbindung und Drittverwendungsfähigkeit zählten weiterhin zu den wichtigsten Kriterien bei Investitionsentscheidungen, so der Fachmann.
Die Spitzenrendite für Logistikimmobilien, also die Brutto-Mietrendite für besonders hochwertige Immobilien in den besten Lagen, verharrte laut CBRE im Jahresverlauf stabil bei 4,4 Prozent. Diese Kennzahl ist ein wichtiger Indikator für Investoren zur Bewertung der Rentabilität und des Risikos von Premium-Immobilieninvestitionen.
Laut CBRE stieg der Anteil der Core-Transaktionen. Er erhöhte sich um 23 Prozentpunkte auf einen Anteil von 49 Prozent. Gleichzeitig agierten Investoren bei ihren Preisvorstellungen weiterhin sehr selektiv, heißt es.
Deutsche Investoren zurück im Markt
Der Anteil deutscher Investoren stieg laut der Analyse im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte auf 28 Prozent. Internationales Kapital sei mit einem Anteil von 72 Prozent weiterhin prägend. „Dass wieder mehr inländische Investoren aktiv sind, zeigt, dass der Markt an Vertrauen gewinnt“, sagt Oulds. „Deutschland bleibt aufgrund seiner Liquidität und Marktgröße ein zentraler Zielmarkt für internationale Investoren – trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen.“
Für 2026 erwarten sie bei CBRE eine Fortsetzung der Zunahme der Investmentaktivitäten. Das Segment profitiere davon, dass viele Investoren Portfolioumschichtungen hin zu Logistik in ihren Strategien verankert haben. Worauf es dabei ankommt, haben wir hier für Sie aufbereitet.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Logistikimmobilien
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