Anbieter
20. Januar 2026

Großanleger setzen konsequent auf Künstliche Intelligenz

Ein Anwendungsbereich sind alternative Anlagen. Dort führen operative Komplexität und fragmentierte Daten bislang häufig zu begrenzter Automatisierung.

Laut einer neuen globalen Studie von Simcorp setzen inzwischen bereits 70 Prozent der Buy-Side-Firmen erfolgreich Künstliche Intelligenz (KI) zur Unterstützung ihres Front Office ein. Wie der Anbieter von Software für Finanzindustrie mitteilte, stellt dieses Ergebnis einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahresbericht dar. Dieser hatte gezeigt, dass nur etwa zehn Prozent der Befragten aktiv KI-Tools erkunden, wie das Unternehmen mit Sitz in Kopenhagen mitteilte.

Die Nutzung von KI hat sich nach Auffassung von Peter Sanderson, Vorstandschef von Simcorp, „dramatisch von Pilotprojekten hin zu geschäftskritischen Anwendungen im Front Office verlagert“. Er sagt, „die Fortschritte im Bereich KI können Investmentexperten den größten Nutzen bringen, indem sie die Entscheidungsfindung und Effizienz verbessern, wenn sie durch eine zentral verwaltete und einheitliche Datenebene unterstützt werden“.

Der neue Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Konsolidierung von Technologieanbietern und -plattformen sowie die Modernisierung der Technologiearchitektur und Dateninfrastruktur die wichtigsten Technologieinitiativen für Buy-Side-Firmen sind – beides sei unerlässlich für die Skalierung von KI, die Automatisierung von Investitionsabläufen und die Vereinfachung von Technologie-Stacks. Letzteres bezeichnet die vollständige Sammlung von Software, Tools, Programmiersprachen, Frameworks und Diensten, die zum Erstellen, Ausführen und Warten eines digitalen Produkts wie einer Website oder App verwendet werden.

„Es überrascht mich nicht, dass 58 Prozent der Unternehmen in dieser Umfrage die Konsolidierung von Anbietern und Plattformen als Technologieinitiative gewählt haben“, erklärt Simcorp-Chef Sanderson. „Das ist der erste Schritt, um all ihre Daten zusammenzuführen und so eine bessere Kontrolle zu erlangen, ihren Informationen zu vertrauen, ihr gesamtes Portfolio klar zu überblicken und mithilfe von KI Erkenntnisse zu gewinnen.“

Private Markets und alternative Anlagen bieten Raum für Innovationen

Mit Blick auf die Zukunft stuften die Befragten KI, generative KI und fortgeschrittene Analytik als den Bereich mit dem größten Potenzial für technologische Innovationen ein. Als weiterer innovationsstarker Bereich gelten alternative Anlagen, wo operative Komplexität und fragmentierte Daten häufig zu begrenzter Automatisierung führen. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Anteil der Befragten, die Private Markets und alternative Anlagen als größten Innovationsbereich sehen, um 24 Prozentpunkte gestiegen und erreicht 2026 51 Prozent (gegenüber 27 Prozent im Jahr 2025).

Wenn man davon ausgeht, dass die Allokationen am den Privatmärkten weiter steigen, können Unternehmen, die in erstklassige Technologiekapazitäten für alternative Anlagen investieren, durch höhere Durchsatzraten operative Vorteile erzielen, sind sie bei Simcorp überzeugt. Zur Begründung heißt es, die Technologiekapazitäten ermöglichen es ihren Anwendern, sich auf die Bewertung der besten Investitionsmöglichkeiten anstatt auf manuelle Abstimmungen zu konzentrieren.

Drei Initiativen, die 2025 eine geringere Priorität hatten, haben sich nun zu den wichtigsten Schwerpunkten für 2026 entwickelt und jeweils um etwa zwanzig Prozentpunkte zugelegt. Portfoliomanagement und Handelsinnovationen führen diese Entwicklung an, wie die Abbildung zeigt.

Antwort auf die Frage: Welche Technologie- und Betriebsinitiativen plant Ihr Unternehmen zur Unterstützung seiner strategischen Prioritäten?

 

Nachlesen lassen sich diese und weitere Ergebnisse im Invest-Ops-Bericht 2026 von Simcorp. Sie basieren auf den Antworten von 200 Führungskräften aus Vermögensverwaltungsgesellschaften, Pensionsfonds und Versicherungen weltweit.

Befragt wurden unter anderem Chief Investment Officer und andere Finanzverantwortliche. In dem Bericht kommt zum Beispiel Mike Leader zu Wort. Er ist Head of Investment Operations bei CPP Investments in Kanada und berichtet, dass der KI-Ansatz der Investmentorganisation darin besteht, Modernisierung mit pragmatischer Konsolidierung zu vereinen. „Wir streben keine einheitliche End-to-End-Plattform wie einige unserer Mitbewerber an, sondern modernisieren die zugrundeliegende Architektur, insbesondere unsere Dateninfrastruktur, um konsistente Datenprodukte zu schaffen, die als zentrale Datenquelle über alle Anlageklassen hinweg dienen. Diese Strategie ermöglicht es uns, Abläufe zu optimieren, ohne die Flexibilität einzuschränken.“

Autoren:

Schlagworte: | |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert