EQT übernimmt Coller Capital

Hegen gemeinsame Pläne: Jeremy Coller (l.) und Per Franzén, CEO und Managing Partner von EQT. Ein besseres Bild hatte EQT gerade nicht zur Hand.
Die Schweden planen den Zusammenschluss mit Coller Capital, um „das attraktivste Private-Markets-Unternehmen“ aufzubauen: Coller EQT. Bezahlt wird zunächst nur in Aktien.
Secondaries sind bei Finanzinvestoren derzeit erste Wahl. Das zeigt die geplante Übernahme von Coller Capital durch die schwedische Investmentgesellschaft EQT.
Die Skandinavier kündigten am 22. Januar die Übernahme des britischen Spezialisten für Sekundärmarkt-Transaktionen an, der Kapitalanlagen von rund 50 Milliarden Dollar (Assets under Management) für institutionelle Investoren und vermögende Privatanleger verwaltet. Mehr als die Hälfte davon (33 Milliarden Dollar) bringen dem im Jahr 1990 von Jeremy Coller gegründeten Unternehmen als „fee-generating assets“ ein, also laufendes Einkommen.
EQT plant den Zusammenschluss mit Coller Capital um „das attraktivste Private-Markets-Unternehmen mit der nötigen Größe aufzubauen und weltweit branchenführende Leistungen und Lösungen zu liefern“. Es heißt, der Zusammenschluss eröffne beiden Unternehmen Chancen im Sekundärmarkt. Dieser wuchs im vergangenen Jahr um 41 Prozent und erreichte ein Transaktionsvolumen von 226 Milliarden US-Dollar. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts soll das Volumen weiter steigen und sich gemäß Schätzungen von Coller Capital verdoppeln.
Die Basisvergütung bei der Übernahme beträgt 3,2 Milliarden Dollar werde durch EQT-Stammaktien finanziert, die zum Abschlusszeitpunkt zu einem festgelegten Preis von 355 SEK je ausgegeben werden. Dies entspricht etwa 81 Millionen Aktien, etwa sieben Prozent der ausstehenden Aktien. Ferner steht eine Barzahlung von bis zu 500 Millionen Dollar im Raum. Sie ist an die weitere Geschäftsentwicklung von Coller Capital geknüpft.
35 Jahre sind seit der Gründung vergangen, doch die besten Zeiten kommen erst noch
Bis heute prägt Jeremy Coller als Chief Investment Officer und Managing Partner die Aktivitäten von Coller Capital, das bislang damit werben konnte, das weltweit größte unabhängige Unternehmen zu sein, das sich auf Private-Equity-Sekundärmärkte spezialisiert hat. EQT wiederum beschreibt Coller Capital als „eines der größten spezialisierten Sekundärmarktunternehmen weltweit mit einer 35-jährigen Erfolgsgeschichte im Bereich Innovationen auf den schnell wachsenden Sekundärmärkten“. Coller Capital beschäftigt weltweit 330 Experten, darunter 77 Investmentspezialisten, an elf Standorten.
„Da sich die privaten Märkte weiterentwickeln, ist der Zusammenschluss mit Coller Capital eine natürliche Erweiterung der EQT-Plattform, um deren Relevanz sowohl für institutionelle als auch für vermögende Privatkunden zu stärken“, heißt es in einer Mitteilung der Skandinavier.
Die Ratio hinter der Übernahme lautet: „Da Kunden zunehmend auf engere Beziehungen zu weniger Unternehmen setzen, profitiert EQT durch den Zusammenschluss von einer größeren Reichweite und einer diversifizierten Plattform mit leistungsstarken Anlagestrategien über verschiedene Anlageklassen hinweg.“ Die Transaktion schaffe eine globale EQT-Plattform für Private Equity, Infrastruktur, Immobilien und Sekundärmarkttransaktionen mit Niederlassungen in wichtigen globalen Märkten.
Per Franzén, CEO und Managing Partner von EQT, erklärte: „Der Einstieg in den Sekundärmarkt mit Coller ist ein natürlicher und wichtiger Schritt in der strategischen Entwicklung von EQT. Sekundärmärkte haben sich für unsere Kunden zu einem immer wichtigeren Instrument entwickelt, um Liquidität zu steuern, Portfolios aufzubauen und langfristige Anlagen in hochwertigen Vermögenswerten zu sichern.“
Firmengründer Jeremy Coller bekommt neue Aufgaben
Für den 67-Jährigen Jeremy Coller ist die „Partnerschaft“ mit EQT, wie er sie bezeichnet, „ein Meilenstein für Coller. Wir bringen mehr als 35 Jahre Erfahrung im Sekundärmarkt in EQT ein, um unser gemeinsames Ziel zu verwirklichen, die Zukunft der privaten Märkte aktiv mitzugestalten. Die vor uns liegenden Möglichkeiten sind vielversprechend – von der Beschleunigung von Innovationen im Sekundärmarkt bis hin zur Erweiterung unseres Angebots an Sekundärmarktlösungen für Investoren weltweit.“
Im Zuge der Transaktion wird State Street, der derzeitige Minderheitsaktionär von Coller Capital, Anteilseigner von EQT. Yie-Hsin Hung, Präsident und CEO von State Street Investment Management, sagte: „Wir sehen dies als eine spannende Weiterentwicklung unserer strategischen Partnerschaft mit Coller Capital.“
Nach Abschluss der Transaktion wird Coller Capital innerhalb von EQT eine neue Geschäftsplattform unter dem Namen „Coller EQT“ bilden. Coller EQT soll Teil des neuen Geschäftsbereichs Secondaries sein, neben den bestehenden Standbeinen Private Capital und Real Assets von EQT.
Jeremy Coller soll Coller EQT leiten. Künftig berichtet er direkt an Per Franzén. Coller soll außerdem in das Leitungsgremium von EQT einziehen. Der Origination- und Investmentprozess von Coller EQT bleibe unabhängig, heißt es.
Briten übernehmen Susi Partners
Hohe Wellen schlug im vergangenen Jahr die damals angekündigte Übernahme der Susi Partners AG durch Gresham House, einen auf alternative Anlagen spezialisierten Asset Manager mit Sitz in London. Susi Partners ist ein auf Infrastruktur für die Energiewende spezialisierter Investmentmanager. Beide Parteien hatten eine endgültige Vereinbarung geschlossen. Diese sieht vor, dass Gresham House Holdings Limited die Susi Partners AG übernehmen wird.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Alternative Anlagen | Secondaries
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