Investoren
28. Januar 2026

Pensionsfonds verabschieden sich aus Treasuries

Skandinavische Kapitalsammelstellen gehen auf Distanz zu den USA. Ihre bislang eher symbolischen Schritte könnten Nachahmer finden.

Mit über 5.000 Dollar geht die Feinunze Gold weiter auf Rekordjagd. Dagegen wachsen die Zweifel am anderen Safe-Haven-Klassiker, den Treasuries. Diese könnten fortbestehen – und zwar nicht nur aus fundamentalen Gründen. LFDE-Fondsmanager Enguerrand Artaz hält es für möglich, dass das Misstrauen gegenüber US-Staatsanleihen zunimmt: „Die aggressive Haltung von Donald Trump in den internationalen Beziehungen, insbesondere gegenüber Grönland, veranlasst einige Akteure dazu, ihre Positionen in amerikanischen Staatsanleihen abzubauen.“

Abkehr aus fundamentalen und politischen Gründen

Zu diesen Akteuren zählt Akademiker Pension. Der dänische Pensionsfonds trennt sich von US-Treasuries in Höhe von 100 Millionen Dollar. Chefanleger Anders Schelde begründete den Schritt gegenüber CNBC mit dem steigenden US-Debt. Der Grönland-Streit hat den Pensionsfonds von den Verkäufen zumindest nicht abgehalten. Der Schritt stehe „nicht in direktem Zusammenhang mit der anhaltenden Kluft zwischen den USA und Europa, aber das hat die Entscheidung natürlich nicht schwieriger gemacht“, so Schelde.

Mit Padagogernes geht eine weitere dänische Kasse auf Distanz zu den USA – in diesem Fall eindeutig aus politischen Gründen: „Wir wollen uns von unserer Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten befreien, für den Fall, dass Trump beschließt, Sanktionen zu verhängen, die direkt auf den dänischen Finanzsektor abzielen“, erklärte Direktor Sune Schackenfeldt TV2. In Schweden startete Alecta Anfang 2025 mit dem Treasury-Abverkauf. Die Entscheidung basierte auf „der Einschätzung, dass das mit US-Staatsanleihen und dem Dollar verbundene Risiko gestiegen ist, was mit der geringeren Vorhersehbarkeit der Politik in Verbindung mit hohen Haushaltsdefiziten und wachsenden Staatsschulden zusammenhängt“, sagte CIO Pablo Bernengo der Agentur AFP.

LFDE kommentiert, dass es sich hierbei zwar um „bescheidene Beträge“ handelt. Es könne aber ein symbolischer Schritt sein, der Nachahmer findet. Zu bedenken gibt der Fondsmanager: „Da jedoch 30 Prozent der US-Anleihen außerhalb der Vereinigten Staaten gehalten werden, könnte der Markt zu einem Schauplatz geopolitischer Auseinandersetzungen werden.“ Dies würde Gold weiterhin glänzen lassen.

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