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2. Februar 2026

Hidden Gems: Ein Navigationsleitfaden für EM-Anleiheninvestoren bis 2026

Nach einem Jahr, das Schwellenländeranleihen (EM) stärker in den Mainstream gerückt hat, bestehen weiterhin Chancen zur Alpha-Generierung über Regionen und Instrumente hinweg.

Eine Anlageklasse auf solidem Fundament

Das vergangene Jahr markierte einen Wendepunkt für EM-Anleihen. Asset-Allokatoren erkennen zunehmend die Diversifikationsvorteile dieser Anlageklasse – insbesondere in einer Phase, in der die Anleihemärkte der Industrieländer (DM) mit wachsenden Glaubwürdigkeitsfragen konfrontiert waren.

Die zunehmende Einsicht, dass die Grenzen zwischen Schwellen- und Industrieländern verschwimmen (das Phänomen der „EM-ifizierung“), hat einen Wahrnehmungswandel ausgelöst. Infolgedessen hat sich der Markt für EM-Staatsanleihen als reifere und widerstandsfähigere Anlageklasse etabliert.

Gleichzeitig stach die Stärke des EM-Unternehmensanleihemarktes hervor, als Ankündigungen von US-Handelszöllen einen realen Stresstest darstellten. Schwellenländer zeigten sich wiederholt widerstandsfähig gegenüber Zollandrohungen, da Investoren darauf vertrauten, dass die letztendliche Politik moderater ausfallen würde. Eine zentrale Frage für viele Asset-Allokatoren – insbesondere angesichts der 2025 beobachteten Einengung der Kreditspreads – ist, ob Investoren im EM-Unternehmensanleihebereich angemessen für das eingegangene Risiko entschädigt werden.

Gleichwohl spiegeln die Bewertungen von Unternehmensanleihen weiterhin eine erhebliche „Postleitzahlenprämie“ wider: Länderspezifische Bedenken halten die Spreads von EM-Unternehmen über denen ihrer DM-Pendants, trotz robuster Fundamentaldaten. Ein prägnantes Beispiel ist der türkische Bankensektor: In vieler Hinsicht wirkt er wie ein Investment-Grade-Markt, doch ein herausforderndes makroökonomisches Umfeld hält türkische Staatsanleihen (und damit auch Unternehmensanleihen) im High-Yield-Segment. In diesem inhärent ineffizienten Markt können Investoren weiterhin vergleichsweise hohe Renditen mit qualitativ hochwertigen Anleihen erzielen.

Sowohl im Staats- als auch im Unternehmensanleihebereich der Schwellenländer bestehen über Regionen hinweg Chancen zur Alpha-Generierung – Selektivität bleibt jedoch entscheidend, wie nachfolgend dargestellt.

 

Afrika – die nächste Frontier im Rentenbereich erschließen

Die erhebliche Diversifikation der afrikanischen Anleihemärkte eröffnet Chancen über ein breites Spektrum von Volkswirtschaften hinweg – von Energieexporteuren wie Nigeria und Angola bis hin zu reformorientierten Märkten wie Ägypten, Kenia und Marokko. Das ägyptische Pfund scheint gut positioniert, um von der verbesserten fiskalischen Lage des Landes und der anhaltenden wirtschaftlichen Unterstützung aus den Golfstaaten zu profitieren. Der nigerianische Naira bleibt eine attraktive Quelle für Carry, während Senegal auf der Hartwährungsseite dank laufender Wirtschaftsreformen und widerstandsfähigem regionalem Marktzugang auf einem positiven Pfad ist.

Allerdings sind nicht alle Märkte gleichermaßen gut aufgestellt. Die jüngste Entwicklung von Währung und Zinsen in Kenia dürfte schwer durchzuhalten sein, da langsame Fortschritte bei der fiskalischen Konsolidierung die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger IWF-Unterstützung verringern. In einer Region mit ausgeprägten Divergenzen bleibt eine selektive Positionierung unerlässlich.

 

Asien – Zinssenkungen nutzen und Bewertungen im Blick behalten

In Asien dürften gedämpfte Inflation und moderates Wachstum weitere Zinssenkungen ermöglichen, insbesondere im Zuge fiskalischer Konsolidierungsbestrebungen der Regierungen. Dieses Umfeld sollte die lokalen Anleihemärkte stützen. Aus Wachstumssicht erscheint Malaysia gut positioniert: Ausländische Investitionen und eine robuste Binnennachfrage stützen den Ringgit. Thailand hingegen steht vor politischer Unsicherheit im Vorfeld der Wahlen im Februar, was Vorsicht gegenüber dem Baht nahelegt, da fragile Koalitionen zu erneuten parteiinternen Spannungen führen könnten.

Unterdessen dürfte Chinas Exportstärke ein prägendes Thema bleiben; mehrere Länder äußern bereits Bedenken hinsichtlich des hohen Handelsüberschusses und Chinas Rolle als zentraler Wachstumsmotor.

Für Investoren in Unternehmensanleihen erfordern die teuren Bewertungen in der Region eine erhöhte Selektivität. Gleichwohl entwickelt sich Asien zur globalen KI-Fabrik und stellt die Infrastruktur bereit, auf der in den USA entwickelte KI-Modelle betrieben werden – daraus ergeben sich einige überzeugende Anlagechancen.

 

CEEMEA – breit streuen, um die besten Rendite-/Risikoprofile zu finden

Die CEEMEA-Region weist eine der größten Streuung von Rendite und Risiko auf. Südafrika bleibt ein Lichtblick: Anhaltende fiskalische Disziplin, Reformdynamik und die Verankerung der Inflationserwartungen zeichnen ein positives Bild. Andernorts dürften sich die makroökonomischen Stabilisierungsbemühungen der Türkei fortsetzen und trotz anhaltender politischer Risiken den Lira-Carry-Trade unterstützen.

In Mittel- und Osteuropa sorgen relativ solides Wachstum und ein positiver fiskalischer Impuls aus Deutschland für Unsicherheit hinsichtlich des Umfangs möglicher Zinssenkungen; Ungarns Ausblick wird zusätzlich durch eine hart umkämpfte Wahl verkompliziert. Übergeordnet bleibt der weitere Verlauf des Russland-Ukraine-Krieges eine zentrale Unbekannte. Jeder Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedensabkommens wäre positiv für die Fundamentaldaten und Risikoprämien der gesamten Region. Unabhängig davon dürfte das Wachstum im Kaukasus und in Zentralasien stark bleiben, unterstützt durch fortgesetzte Strukturreformen und eine umsichtige Makropolitik; Kasachstan und Usbekistan sind hierbei besonders interessante Märkte.

Im Segment der Unternehmensanleihen ist der Nahe Osten eine Region mit zunehmender Bedeutung – ein immer dynamischeres und gut diversifiziertes Chancenuniversum. Es umfasst mittlerweile mehr als 100 Emittenten, überwiegend im Investment-Grade-Bereich, mit starken Fundamentaldaten. Besonders attraktiv erscheinen saudi-arabische Unternehmen: Sie bieten typischerweise einen attraktiven Spread-Pick-up gegenüber asiatischen Emittenten mit vergleichbarem Rating und sind zugleich weniger volatil.

 

Lateinamerika – Wahlen beobachten und Stärke suchen

Die Politik wird die Investmentlandschaft in Lateinamerika im kommenden Jahr maßgeblich prägen, da in mehreren großen Volkswirtschaften Wahlen anstehen. Investoren sollten aufmerksam auf Anzeichen fiskalischer Lockerung bzw. vorzeitiger geldpolitischer Lockerung achten. Für mexikanische Vermögenswerte wird die Überprüfung des Handelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) der entscheidende Katalysator sein und Handelserwartungen, Investitionsströme sowie das Anlegervertrauen beeinflussen.

Im EM-Devisenbereich bieten sich Märkte mit starken Terms of Trade an, etwa Chile und Peru. Auf der Seite der Hartwährungsanleihen ist Ecuador eine strukturell sich verbessernde Volkswirtschaft mit Rekordüberschüssen in der Leistungsbilanz und hohen Währungsreserven; getragen von einem planmäßig verlaufenden IWF-Programm bietet seine Verschuldung dennoch eine großzügige Risikoprämie.

Mit Blick auf die zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellen Entwicklungen in Venezuela zählt ein Regimewechsel ohne größere militärische Eskalation zu den optimistischeren Szenarien, die Marktteilnehmer im jüngsten Truppenaufmarsch in der Region antizipiert hatten. Investoren sollten die politischen Entwicklungen im Land genau verfolgen, da eine erfolgreiche Umschuldung letztlich eine legitime Regierung voraussetzt, die glaubwürdig Reformen umsetzen kann – typischerweise verankert durch ein IWF-Unterstützungsprogramm.

Hinsichtlich der regionalen Auswirkungen könnte Kuba den Zugang zu stark vergünstigtem venezolanischem Öl verlieren; hingegen würde Kolumbien am stärksten profitieren, sollte Stabilität gewahrt bleiben und Venezuela seine Wirtschaft schrittweise wieder öffnen – insbesondere im bilateralen Handel.

Im regionalen Markt für Unternehmensanleihen finden sich zahlreiche interessante Chancen in defensiven Sektoren wie Versorgern und Finanzwerten in Mexiko und Kolumbien sowie in zyklischen Sektoren wie Metallen und Bergbau, insbesondere bei globalen Exporteuren in Brasilien und Chile. Die Entwicklungen in Venezuela haben das Potenzial, weitreichende Folgen für den Unternehmenssektor in Lateinamerika und darüber hinaus für die gesamten Schwellenländer zu haben – allen voran mit Blick auf den langfristigen Verlauf der Ölpreise. Dies könnte attraktive Chancen eröffnen, erfordert jedoch erhöhte Wachsamkeit gegenüber den damit verbundenen Risiken.

 

Zusammenfassung

EM-Anleihen sind in eine widerstandsfähigere und reifere Phase eingetreten. Trotz eines herausragenden Performancejahres der Anlageklasse bestehen weiterhin Fehlbewertungen am Markt, und weltweit lassen sich Chancen zur Alpha-Generierung finden. Eine sorgfältige Navigation bleibt in diesem zunehmend vielfältigen Anlageuniversum entscheidend.

 

 

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