Chefin des Atomfonds tritt ab

Die langjährige Chefin des deutschen Atomfonds Kenfo, Anja Mikus, legt ihre Aufgaben in neue Hände. Das Bild von Ulf Büschleb zeigt sie 2025 auf der Jahreskonferenz von portfolio institutionell.
Anja Mikus zieht sich am Ende des Jahres von der Spitze des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung zurück. Der Kenfo ist die größte öffentlich-rechtliche Stiftung Deutschlands.
Die langjährige Chefin des deutschen Atomfonds Kenfo, Anja Mikus, tritt Ende des Jahres ab. Ein Sprecher der mächtigen Stiftung erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, Mikus habe sich entschieden, ihren Ende 2026 auslaufenden Vertrag aus Altersgründen nicht zu verlängern und die Aufgabe in jüngere Hände zu legen. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über die Personalie berichtet.
Mikus, die im Frühjahr 68 Jahre alt wird, ist seit der Gründung im Juni 2017 Vorstandsvorsitzende (Chief Executive Officer, CEO) und Chief Investment Officer (CIO) des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo) in Berlin. Sie erhielt 2017 einen Dreijahresvertrag, der bis 2026 verlängert wurde. Im vergangenen Jahr nahm sie an der Jahreskonferenz von portfolio institutionell teil und sprach in einem Panel unter anderem über ihr Erfolgsrezept in der Personalrekrutierung.
Noch ist nicht bekannt, wer Mikus‘ Nachfolge antreten wird. Damit ist auch noch nicht geklärt, ob die Rolle von CEO und CIO auch in Zukunft bei einer Person gebündelt sein werden. Laut dem Sprecher ist das Kuratorium des Kenfo unter dem Vorsitz von Bernhard Kluttig (Abteilungsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) für die Nachfolgesuche verantwortlich. Das Kuratorium habe eine Findungskommission eingesetzt. Diese werde von einer Personalberatung unterstützt.
Der Kenfo ist mit rund 24 Milliarden Euro verwalteten Geldern die größte öffentlich-rechtliche Stiftung Deutschlands und der erste deutsche Staatsfonds. Zugleich handelt es sich um eine Verbrauchsstiftung mit begrenzter Laufzeit. Seine Aufgabe ist es, aus den Erträgen seiner Kapitalanlagen die Kosten der Zwischen- und Endlagerung des deutschen Atommülls zu begleichen. Dazu investiert das Team um Anja Mikus in eine breite Palette liquider und illiquider Anlagen. Mehr darüber erfahren Sie im Rückblick auf eine unserer Veranstaltungen, das Private Markets Forum.
Stationen bei Allianz, Union Investment und Arabesque Asset Management
Anja Mikus blickt zurück auf eine umfangreiche Karriere in der Investmentbranche mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung. Als Diplom-Kauffrau begann sie ihre berufliche Laufbahn laut dem Kenfo in der Finanzplanung und Bilanzierung, bevor sie ab 1988 im Asset Management der Allianz-Gruppe von der Wertpapieranalystin zur Geschäftsführerin der Allianz Kapitalanlagegesellschaft und zum Mitglied der Geschäftsführung der Allianz Pimco Asset Management in München aufstieg.
Ab 2001 war Mikus Geschäftsführerin der Union Investment Privatfonds GmbH und verantwortete als Segmentleiterin das Portfoliomanagement und die Anlagestrategie der Union-Gruppe in Frankfurt am Main. 2012 hat sie Union Investment verlassen. Anschließend führten ihre beruflichen Stationen zur Arabesque Asset Management Ltd. in London und Frankfurt am Main als Chief Investment Officer & Partnerin. Von April 2015 bis Mai 2020 war sie Mitglied im Aufsichtsrat der Commerzbank AG.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Personalien
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