Versicherungen
5. Februar 2026

Eine Schiffsflotte für die Münchener Rück

Der Asset Manager der Munich-Re-Gruppe steigt bei Fred. Olsen Windcarrier ein. Das traditionsreiche Unternehmen ist ein Profiteur der Energiewende.

Die Meag lässt mit einem weiteren Investment aufhorchen. Wie in dieser Woche bestätigt wurde, beteiligt sich der Vermögensmanager der Münchener Rückversicherung (Munich Re) und deren Tochter Ergo im Namen von Munich-Re-Einheiten an Fred. Olsen Windcarrier; das norwegische Unternehmen mit mehr als 170 Jahren Hochseeerfahrung ist im Bereich Offshore-Windturbineninstallation und dazugehörigen Dienstleistungen tätig.

Welche Gesellschaften der Versicherungsgruppe den Auftrag für das Investment erteilt haben, wurde nicht mitgeteilt. Der Asset Manager der Munich-Re-Gruppe strebt nach eigenen Angaben eine Beteiligung von 24 Prozent an. Das Gesamtinvestment soll sich auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag summieren.

Profiteur der globalen Energiewende

Die Equity Story stellt sich aus Sicht der Meag folgendermaßen dar: Fred. Olsen Windcarrier sei ein globaler Marktführer für den Transport, die Installation und die Wartung von Windkraftanlagen auf See, wie der Asset Manager erklärte. Für die kommenden fünf Jahre werde eine Verdopplung des globalen Offshore-Anlagenbestandes erwartet, getrieben durch die stark steigende Stromnachfrage und die Dekarbonisierung des Energiesektors.

Das Unternehmen betreibt eine Flotte sogenannter Hubinselschiffe, die Turbinenkomponenten transportieren, seine Fachkräfte installieren diese auf hoher See. Fred. Olsen Windcarrier sei damit ein zentraler Bestandteil der globalen Energiewende.

Dominik Damaschke, Leiter Illiquid Assets Equity bei der Meag ordnet das Investment so ein: „Die globale Energiewende ist ein Megatrend und wird nur gelingen, wenn in einem weltweit bedeutenden Ausmaß Erneuerbare Energien für die Stromversorgung genutzt werden können.“ Damaschke ist überzeugt davon, dass Fred. Olsen Windcarrier vom weiteren Ausbau von Offshore-Windenergie profitieren werde und sei ein elementar wichtiger Teil der Wertschöpfungskette. „Wir freuen uns auf die starke langfristige Partnerschaft.“

Alleineigentümer gibt Anteile ab

Die Anteile von Fred. Olsen Windcarrier gehörten bislang vollständig der Fred. Olsen Ocean Ltd. (FOO). Sie ist eine Tochtergesellschaft der norwegischen Holdinggesellschaft Bonheur. Bereits im Dezember 2025 hatte Fred. Olsen Ocean Ltd. die Vereinbarung mit der Meag über eine Investition von 150 Millionen Euro in Fred. Olsen Windcarrier (FOWIC) verkündet.

Die Transaktion umfasst laut Bonheur „70 Millionen Euro für den Erwerb bestehender Aktien von FOO beim ersten Closing und 80 Millionen Euro für die Zeichnung neuer Aktien von FOWIC. Davon werden 30 Millionen Euro beim ersten Closing gezeichnet, die restlichen 50 Millionen Euro bei einem zweiten Closing im dritten Quartal 2027“.

Vor dem ersten Abschluss werde FOWIC eine außerordentliche Dividende in Höhe von 54 Millionen Euro an FOO ausschütten, hieß es im Dezember 2025. FOO werde einen Teil dieses Erlöses verwenden, um FOWIC ein kurzfristiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 29 Millionen Euro zu gewähren.

Die Transaktion bewertet das Eigenkapital von FOWIC vor der Kapitalerhöhung, einschließlich der außerordentlichen Dividende, mit rund 600 Millionen Euro. Nach dem zweiten Closing werden die Tochtergesellschaften von Munich Re voraussichtlich etwa 24 Prozent des Aktienkapitals von FOWIC halten, wie Bonheur mitteilte. Diese Angabe deckt sich mit der Mitteilung der Meag.

Aus Sicht der Norweger vereine die Partnerschaft „die starke industrielle und finanzielle Position von FOWIC mit der Expertise der Meag als einem der führenden Infrastrukturinvestoren Europas, mit dem Ziel, das Wachstum zu beschleunigen und das Unternehmen weiterzuentwickeln“.

Erst im Oktober vorigen Jahres hatte Munich Re in die digitale Infrastruktur investiert. Konkret beteiligte sich die Meag damals an Towerpoint Infrastructure Partners, einem der größten privaten Land-Eigentümer von Mobilfunk-Standorten in den USA.

Aktuellen Angaben zufolge verwaltet die Meag Vermögenswerte im Wert von etwa 363 Milliarden Euro. Der Großteil davon entfällt auf den Mutterkonzern, weitere 62 Milliarden Euro auf Investoren von außerhalb der Gruppe.

Autoren:

Schlagworte:

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert