Alternative Anlagen
3. März 2026

Allianz gibt Geld für Batteriespeicher

500 Millionen Euro für elf deutsche Großbatteriespeicherprojekte. Joint Venture mit Total-Energies.

Die Allianz lässt sich von den jüngsten, die Netzentgelte betreffenden Regulierungsvorhaben nicht beirren. Wie Allianz GI bekannt gibt, habe man im Namen der Allianz-Versicherungsgesellschaften und des Allianz European Infrastructure Fund II eine Vereinbarung über den Erwerb einer 50-prozentigen Beteiligung an einem Portfolio von elf Großbatteriespeicherprojekten von Total-Energies unterzeichnet. Die Speicher haben eine Gesamtkapazität von 789 Megawatt. Mit dieser Vereinbarung werden die Partner laut Mitteilung 500 Millionen Euro in kritische Energieinfrastruktur für Deutschland investieren, wobei 70 Prozent davon durch Fremdkapital finanziert werden. Diese elf Projekte sollen alle bis 2028 in Betrieb genommen werden. Total-Energies bleibe Betreiber der Anlagen.

Allianz Leben unterstützt „Schlüsseltechnologie“

Auf Seiten der Allianz beteiligt sich auch die Allianz Lebensversicherung an der Partnerschaft mit Total-Energies. „Mit der neuen Partnerschaft sind unsere mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden über ihre Altersvorsorge indirekt an großen Batteriespeichern beteiligt. Ihr angespartes Geld trägt damit nicht nur zur eigenen Altersvorsorge bei, wir unterstützen damit zugleich eine Schlüsseltechnologie für ein stabiles und nachhaltiges Stromsystem“, sagt Andreas Lindner, Chef-Kapitalanleger der Allianz Lebensversicherung.

Stéphane Michel, President Gas, Renewables & Power bei Total-Energies, sagt: „Im Einklang mit unserem Geschäftsmodell ermöglicht uns diese Transaktion eine Optimierung unserer Kapitalallokation in unseren integrierten Stromaktivitäten und trägt zur Verbesserung der Rentabilität des Sektors bei. Diese Transaktion wird uns helfen, unsere Entwicklungsdynamik in Deutschland, dem größten Strommarkt Europas, zu stärken, wo wir unsere Strategie für saubere, zuverlässige Energie umsetzen, wie der kürzlich mit Airbus unterzeichnete 200-MW-Stromabnahmevertrag zeigt.“

Die Umstellung auf sauberere Energie hängt von einer starken Infrastruktur ab. Diese Investition ist die erste direkte Eigenkapitalanlage der Allianz in ein Portfolio von Batteriespeicherprojekten“, kommentiert Édouard Jozan, Head of Private Markets bei Allianz Global Investors. „Diese elf Projekte, die über ganz Deutschland verteilt sind und eine Kapazität von fast 800 MW haben, werden nach Fertigstellung dazu beitragen, die Energieversorgungssicherheit des Landes zu stärken, die Energiewende zu beschleunigen und unseren Kunden langfristigen Wert zu bieten.“

BDEW sieht Regulierungspläne für Netzentgelte kritisch

Derweil reagieren Marktexperten eher kritisch gegenüber dem Modell der Bundesnetzagentur für dynamische Netzentgelte für Einspeiser, Speicher und Verbraucher. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärt: „Die Zielsetzung der Bundesnetzagentur (BNetzA), den Anstieg der Redispatch- und der Netzausbaukosten anders zu verteilen und im besten Fall zu dämpfen, ist grundsätzlich richtig und ambitioniert. Fest steht jedoch bereits jetzt, dass das vorgelegte Konzept zu dynamischen Netzentgelten für Erzeuger, Speicher, Netzbetreiber und Verbraucher im Praxistest durchfällt. Der Vorschlag ist überkomplex, praktisch so nicht umsetzbar und nicht geeignet, die gewünschte Entlastung der Netze herbeizuführen.“

Einspeiser sähen sich unkalkulierbaren Preis- und Finanzierungsrisiken gegenüber. Diese würden vermeidbare Zusatzkosten bei der Kreditfinanzierung für den Neubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen, Speichern und Kraftwerken verursachen. Auch auf Verbraucherseite könnten viele Kunden nicht ausreichend flexibel reagieren, was insbesondere Industrieunternehmen betreffe. „Es entsteht für alle eine deutlich höhere Planungsunsicherheit. In dieser Gesamtbewertung ist sich die Branche einig“, so Andreae. Deshalb lehne man das Konzept der Bundesnetzagentur ab.

Autoren:

Schlagworte: | |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert