Versorgungswerke
6. März 2026

Hohe Abschreibung bei hessischem Versorgungswerk

Die Einrichtung investierte gemeinsam mit BVK in Immobilie in San Francisco. Voraussichtlich droht Totalverlust.

Die 260 Meter hohe Gebäude Transamerica Pyramid in San Francisco sorgt für hohe Verluste bei deutschen Anlegern. Zu den Betroffenen zählt auch das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Hessen. Wie die Einrichtung dem Handelsblatt mitteilte, müsse man voraussichtlich einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals in Höhe von knapp 58 Millionen Euro verkraften.

Im Oktober 2020 informierte die Deutsche Finance Group, dass man gemeinsam mit Shvo Capital für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer die Transamerica Pyramid erworben habe. Teil dieses Konsortiums war offenbar auch das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Hessen. Der Kaufpreis betrug 650 Millionen Dollar und ging an den niederländischen Versicherungskonzern Aegon. Ende Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass das Gebäude wieder verkauft wurde.

Anfang dieses Jahres sorgte die Deutsche Finance mit einer „Klarstellung im Zusammenhang mit US-Immobilieninvestments der Bayerischen Versorgungskammer“ per Pressemitteilung für Aufsehen. Zu diesen Investments zählte das Gebäude in San Francisco und andere Trophy-Immobilien in den USA, wie das Coca-Cola-Gebäude in New York. Laut dem Immobilienmanager waren weder die Deutsche Finance America noch andere mit der Deutsche Finance Group verbundene Gesellschaften bei diesen US-Investments als Zielfondsmanager tätig. Eine diskretionäre Entscheidungskompetenz im Hinblick auf die Auswahl oder Durchführung der Investments habe es nicht gegeben. Die Tätigkeit der Deutsche Finance America habe sich auf ihre vertraglich definierten, das heißt strukturierende, koordinierende sowie regulatorische Funktionen beschränkt.

Die Versorgungskammer beziffert ihr Eigenkapitalengagement im Rahmen von US-Immobilien mit der Deutschen Finance und Shvo auf 1,6 Milliarden Euro. Ihr damit verbundenes Verlustrisiko gibt die Versorgungskammer mit bis zu 853 Millionen Euro an. Dieser Betrag mache etwas 0,6 Prozent der gesamten Kapitalanlage aus. Bei den hessischen Rechtsanwälten dürfte diese Relation höher liegen.

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