Versicherungen
24. März 2026

Der Trend geht weiter in Richtung Alternatives

In den vergangenen drei Jahren ist die Alternatives-Allokation der deutschen Versicherer laut dem BAI deutlich angestiegen. Der Verband geht davon aus, dass die Entwicklung fortdauert.

Deutsche Versicherungsunternehmen investieren breiter diversifiziert in alternative Anlagen als andere Investorentypen. Ihre durchschnittliche Allokation ist laut dem „BAI Investor Report deutsche Versicherungsunternehmen 2026“ des Bundesverbands Alternative Investments e.V. (BAI) mit approximierten 25,2 Prozent jedoch niedriger als beim durchschnittlichen institutionellen Investor (30,3 Prozent). Der Verband stützt sich bei dem Report auf Daten aus dem BAI Investor Survey 2025 und auf Experteninterview.

Laut dem BAI Investor Report deutsche Versicherungsunternehmen 2026 variieren die Allokationen der deutschen Versicherungsgesellschaften jedoch zum Teil sehr deutlich. Dabei spiele die individuellen Investmentphilosophien ebenso eine Rolle, wie die Versicherungssparten. „Beispielhaft zeigt sich, dass ein hoher Anteil des klassischen Lebensversicherungsgeschäfts – insbesondere über den Deckungsstock – mit einer geringeren Allokation in Alternative Investments einhergehen kann“, wie der BAI erläutert. Auch die vergleichsweise kurzen Durationsanforderungen von Industrieversicherern seien tendenziell mit niedrigeren Allokationen in bestimmten, länger laufenden Alternatives verbunden, heißt es.

Deutsche Versicherungsunternehmen investieren im Vergleich mit Nicht-Versicherungsunternehmen mit wenigen Ausnahmen zu einem höheren Anteil in alle alternativen Haupt-Asset-Klassen.

Der BAI zieht daraus eine bemerkenswerte Schlussfolgerung: „Vor diesem Hintergrund kann der strukturelle Bedeutungsrückgang des klassischen Lebensversicherungsgeschäfts im deutschen Markt als potenzieller Treiber für einen weiteren Ausbau von Alternative Investments bei Versicherungsgesellschaften mit anderen Sparten-Schwerpunkten – etwa in der Kranken-, Schaden-/Unfall- oder Rückversicherung – interpretiert werden.“

Globaler Trend dauert fort

In den vergangenen drei Jahren ist die Alternatives-Allokation der deutschen Versicherungsunternehmen laut dem BAI deutlich angestiegen. Und es könne prognostiziert werden, dass diese Entwicklung in Deutschland, ebenso wie global, mittelfristig fortdauern werde. Bei allen Haupt-Asset-Klassen alternativer Investments sieht der Verband im Durchschnitt geplante Erhöhungen der Allokationen. Mit einer Ausnahme: Immobilien.

Das Wachstum vollzieht sich vor dem Hintergrund steigender wahrgenommener makroökonomischer und geopolitischer Risiken. „Bedingt durch die Einführung von Zöllen durch die US-Regierung und die Zunahme globaler Staatsschulden wird Inflation aktuell von den globalen Versicherungsgesellschaften als die größte Herausforderung für die Anlagestrategie angesehen.“ Inflationsschutz und Diversifikation, auch angesichts möglicher Korrelation zwischen traditionellen Anlageklassen, seien jedoch auch mögliche Treiber für Alternatives in der Asset Allocation.

Umschichtung von Immobilien hin zu Infrastruktur

Das gestiegene Zinsniveau sorgt bislang offenbar nicht dafür, dass alternative Investments durch liquide Bonds verdrängt werden. „Vielmehr zeichnen sich zwei Trends für Verschiebungen innerhalb der Allokationen ab: Zum einen ist eine strategische Umschichtung von Immobilien hin zu Infrastruktur zu beobachten, zum anderen gewinnt der Debt-Bereich relativ an Bedeutung“, wie der BAI schreibt. „Der länger als ursprünglich erwartet anhaltende Zinsanstieg dürfte dabei ein wesentlicher Treiber sein.“ Insbesondere Infrastruktur-Debt, gefolgt von Corporate Private Debt, seien aktuell die Asset-Klassen, bei denen der größte Anteil der befragten deutschen Versicherungsunternehmen einen Ausbau der Allokation plane. Nachzulesen ist das alles im vollständigen Bericht des BAI.

BAI Investor Survey 2025: Die Diversifizierung nimmt stetig zu

Alternative Investments sind etablierte Bausteine für hoch diversifizierte institutionelle Portfolios. Sie machen durchschnittlich 30,31 Prozent des institutionellen Portfolios aus. Das hatte der im Oktober 2025 veröffentlichte Investor Survey des BAI gezeigt – ein Bericht, den die Interessenvertretung für alternative Investments in Deutschland jedes Jahr aus Neue ausarbeitet, um Einblicke in die Anlagestrategien institutioneller Investoren in Deutschland zu erhalten und die laufenden Veränderungen in den Portfolios zu verfolgen.

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