Co-Investments sind weiter im Kommen

Ein Private Equity Exit ist der geplante Verkauf einer Unternehmensbeteiligung durch einen Finanzinvestor, um Gewinne zu realisieren. Häufige Wege sind der Verkauf an strategische Käufer, andere Investoren oder der Börsengang. Aktuell herrscht ein „Exit-Stau“ mit langer Haltedauer. Bild: Pexels.
Fundraising, Wertschöpfung und ein erfolgreicher Weiterverkauf der Beteiligungen sind im Private-Equity-Geschäft von zentraler Bedeutung. Wie Private-Equity-Fondsmanager ihre Geschäftsaussichten beurteilen, zeigen die Ergebnisse einer neuen Umfrage.
Gemeinsame Investitionen außerhalb oder ergänzend zu einer existierenden Fondsstruktur haben sich im Private-Equity-Geschäft zu einem strategischen Eckpfeiler der Beziehungen zwischen den General Partners (GPs) und den Limited Partners (LPs) entwickelt. Und die Nachfrage der LPs, die das Kapital bereitstellen, steigt. Vor diesem Hintergrund wird es in diesem Jahr zu einem erweiterten Angebot an Co-Investments kommen. Sie versprühen aber auch für die GPs großen Charme, schließlich sind Co-Investments ein wichtiges Instrument, um die Beziehungen zu den LPs zu vertiefen. In der Folge entstehen so dauerhafte, langfristige Beziehungen zwischen Fondsmanager und Kapitalgeber.
Nachzulesen ist dieser Trend neben einer Fülle weiterer Erkenntnisse in der neuen und mittlerweile vierten Ausgabe des Private Equity Survey der FCM Frederic Capital Management GmbH. FCM ist ein Private Markets Investor mit Büros in Düsseldorf und Luxemburg. Der Survey bietet Einblicke in Entwicklungen und Trends, die die globale Private-Equity-Landschaft prägen.
Die Autoren Sebastian Osing, Dr. Sören Paleit und Thi La Nguyen stützen sich in der Untersuchung auf die Angaben von insgesamt 247 Fondsmanagern, die an der Umfrage teilgenommen und ihre Einschätzungen zu zentralen Themen wie dem Private-Equity-Markt, dem Fundraising, Co-Investments sowie dem Einfluss von künstlicher Intelligenz auf die Branche geteilt haben. Die Mehrheit der Teilnehmer ist in Europa (62 Prozent) und Nordamerika (31 Prozent) ansässig.
Mit Blick auf das laufende Jahr zeigen Private-Equity-Fondsmanager eine klare Präferenz für B2B-Dienstleistungen (34 Prozent), das Gesundheitswesen (22 Prozent) sowie Software und Technologie (16 Prozent) als die attraktivsten Sektoren für neue Private-Equity-Investitionen. Diese Sektoren seien geprägte durch widerstandsfähige Nachfragedynamiken und attraktive Wertschöpfungsmöglichkeiten.
Fundraising-Bedingungen sollen sich allmählich verbessern
Eines weiteres Kernthema im Survey betrifft die Fundraising-Aktivitäten, die in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten waren. Wie die Vorjahresumfrage gezeigt hatte, erschwerten hohe Altbestände von Private-Equity-Fonds aufgrund von aufgeschobenen Exits die Mittelaufnahme der Fondsgesellschaften. In diesem Jahr sehen die an der Umfrage beteiligten Private-Equity-Fondsmanager eine allmähliche Verbesserung der Fundraising-Bedingungen. 55 Prozent (im Vorjahr: 52 Prozent) erwarten, dass sich die Bedingungen für die Mittelbeschaffung im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr verbessern werden.
Zugleich erkennen sie an, dass die Limited Partners „weiterhin eine stärkere Verhandlungsposition ausüben und zunehmend Folgezusagen an Barausschüttungen aus früheren Fondsgenerationen knüpfen“. Bestehende LPs koppeln demnach ihre Verlängerungsentscheidungen zunehmend an Barausschüttungen aus früheren Fondsgenerationen. Demnach stehen die Fondsmanager unter zunehmendem Druck, daraus Liquidität zu generieren.
Die befragten Fondsmanager seien sich weitgehend einig, dass LPs ihre Verhandlungsposition im aktuellen Marktumfeld deutlich gestärkt haben. Die Rede ist von einer Verschiebung der Verhandlungsmacht. Diese führe zunehmend zu LP-freundlicheren Fondsbedingungen, erhöhter Transparenz und einem verbesserten Zugang zu Vorteilen wie den eingangs erwähnten Co-Investment-Möglichkeiten.
Erwartungen für die Deal-Aktivitäten sind positiv
Auf der Transaktionsseite sind die Erwartungen für die Deal-Aktivitäten in diesem Jahr weitgehend positiv, wobei die beteiligten Private-Equity-Fondsmanager ein gesteigertes Vertrauen in die Höhe der Transaktionsvolumina im Vergleich zum Vorjahr zum Ausdruck bringen.
Ähnlich wie im Vorjahr, äußern sich die Private-Equity-Fondsmanager auch in der diesjährigen Befragung neutral bis leicht pessimistisch hinsichtlich der Frage, ob Investitionen im Jahr 2026 überdurchschnittliche realisierte Renditen erzielen werden. Dies spiegelt laut den Autoren die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Bewertungsniveaus, der Exit-Bedingungen und des breiteren makroökonomischen Umfelds wider.
FCM richtet in der Umfrage das Schlaglicht auch auf die Frage nach den Wertschöpfungsquellen im PE-Geschäft. Demnach sind sich die Befragten weitgehend einig, dass das Wachstum des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) die wichtigste Quelle der Wertschöpfung für den Jahrgang 2026 sein wird. Dies unterstreicht laut FCM eine anhaltende Verlagerung hin zur operativen Wertschöpfung und eine geringere Abhängigkeit von Multiplikatorexpansions- und Entschuldungseffekten.
Rückblickend auf die vorangegangenen drei Analysen von FCM Frederic Capital Management ist die Zahl der Umfrageteilnehmer stetig gewachsen. Waren es bei der ersten Ausgabe im Jahr 2023 zunächst 173 Fondsmanager gewesen, die am Private Equity Survey mitgewirkt haben, stieg die Zahl im Jahr darauf auf 192. Im Vorjahr konnte sich FCM dann schließlich auf die Angaben von 232 Private-Equity-Fondsmanagern berufen.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Private Equity
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