Engpass Exits
Nach drei schwierigen Jahren erholte sich das Exit-Volumen der Private-Equity-Branche im Jahr 2025 laut Preqin auf 1,3 Billionen US-Dollar, getrieben durch einen globalen M&A-Boom, verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und veränderte Unternehmensanforderungen. Der Rekordwert von 2021 mit 1,6 Billionen US-Dollar bleibt jedoch unerreicht.
Buyout-gestützte Exits stiegen global um 44 Prozent auf 717 Milliarden US-Dollar (2024: 486 Milliarden), vor allem dank sehr großer Transaktionen (Quelle: Dealogic). Dies war das zweitbeste Ergebnis der Geschichte (850 Milliarden im Jahr 2021). Auch kleinere Transaktionen unter zehn Milliarden US-Dollar legten um 34 Prozent zu, insbesondere durch strategische Käufer. Börsengänge stiegen zwar um 36 Prozent, bleiben aber ein untergeordneter Exit-Kanal. Die Anzahl der Exits sank leicht um zwei Prozent auf 1.570.
General Partners nutzen zunehmend Continuation Vehicles (CVs), um Liquidität zu schaffen und gleichzeitig Kontrolle zu behalten. Rund ein Viertel der GPs setzte in den letzten zwei Jahren solche Strukturen ein, fast die Hälfte plant dies künftig. Trotz starken Wachstums machen CVs jedoch weniger als zehn Prozent des Exit-Volumens aus und werden von LPs eher zurückhaltend bewertet.
Hochwertige Assets lassen sich weiterhin gut veräußern, während schwächere Unternehmen schwerer zu verkaufen sind. Die Bewertungslücke zwischen Käufern und Verkäufern hat sich zuletzt verringert, bleibt jedoch bestehen.
Trotz der Erholung soll die Branche weiterhin über 32.000 nicht veräußerte Unternehmen im Wert von rund 3,8 Billionen US-Dollar halten. Die durchschnittliche Haltedauer liegt inzwischen bei etwa sieben Jahren (zuvor fünf bis sechs Jahre). Rund 40 Prozent der Unternehmen werden länger als fünf Jahre gehalten. Hohe Einstiegspreise, gestiegene Zinsen und makroökonomische Unsicherheiten verlängern die Haltedauer zusätzlich.
Laut ILPA-Umfrage priorisieren LPs langfristige Renditen über kurzfristige Liquidität. Längere Haltedauern drücken jedoch auf die IRR, die für die Vintages 2000 – 2015 ab etwa Jahr sieben stagniert oder sinkt. Gleichzeitig bleiben die Ausschüttungen (DPI) jüngerer Jahrgänge hinter historischen Werten zurück.
Für 2026 wird mit weiter steigender Exit-Aktivität gerechnet. Dennoch bleiben hohe Bewertungen und Zinsen herausfordernd, und Kapitalrückflüsse an LPs, die im Verhältnis zum Nettoinventarwert seit mehreren Jahren unter 15 Prozent und damit auf historisch niedrigem Niveau liegen, dürften weiterhin Zeit benötigen.
Philippe Roesch, Gründer und Geschäftsführer, RIAM
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