Asset Management
29. April 2026

Das sind die ersten Investments der Win-Initiative

Die Initiative für Wachstums- und Innovationskapital soll den Standort Deutschland stärken. Laut dem Jahresbericht flossen allerdings nur 61 Prozent in den hiesigen Markt.

Nach ihrer Gründung im September 2024 zieht die Win-Initiative für Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland nun erstmals Bilanz und gibt Einblick in ihre Investments. Der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zufolge wurden bis Ende vorigen Jahres 2,64 Milliarden Euro im Markt investiert. Das geht aus dem ersten Jahresreport der Initiative hervor, den die KfW in Kooperation mit der Bundesregierung erstellt hat.

Beteiligungen und Fondsinvestments

Zu den Transaktionen, die seither getätigt worden sind, zählen einerseits Beteiligungen an jungen Unternehmen. Hier wurden sowohl direkte Investments getätigt als auch Venture-Capital-Fonds oder -Dachfonds gekauft. Investitionen umfassen andererseits auch Fremdkapital für diese Unternehmen. Die Aufteilung der zugesagten Mittel zeigt laut den verfügbaren Daten einen Schwerpunkt auf dem deutschen und europäischen Markt (61 und 37 Prozent).

Rund 67 Prozent der Milliardensumme flossen in sogenannte Scale-up-Unternehmen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Demgegenüber gingen zehn Prozent an Start-ups, also jüngere Unternehmen, 18 Prozent landeten als Startkapital (Seed Capital) in der Gruppe der jüngsten Firmen.

Klassische Venture-Capital-Fonds dominieren

Ein Großteil der Mittel ist gemäß den vorliegenden Angaben in klassische Venture-Capital-Fonds (51 Prozent) geflossen. Direktinvestitionen in Unternehmen machen acht Prozent aus, Venture-Capital-Dachfonds sechs Prozent.

Bei den sonstigen Instrumenten spielt Fremdkapital (Venture Debt) eine übergeordnete Rolle (insgesamt 36 Prozent). Thematisch konzentrieren sich Investitionen in junge innovative Unternehmen laut Venture-Capital-Dashboard von KfW Research auf künstliche Intelligenz, Klima- sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

Die Win-Initiative wurde vor zwei Jahren auf Anregung des damaligen Bundesfinanzministers Christian Lindner ins Leben gerufen. Sie soll die steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in Deutschland so verbessern, dass junge und innovative Unternehmen leichter an privates Kapital kommen.

Bis 2030 sollen zwölf Milliarden Euro fließen

Ziel ist laut KfW, bis 2030 Investitionen von zwölf Milliarden Euro zu erreichen. Die Förderbank koordiniert die durch das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundeskanzleramt, die KfW, Unternehmen und Verbände gegründete Initiative im Auftrag der Bundesregierung. Zu den Unterzeichnern der Absichtserklärung gehört eine große Gruppe institutioneller Investoren. Ihr gehören unter anderem die Allianz, Axa Deutschland, die Bayerische Versorgungskammer und die Debeka an.

Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW, kommentiert die Bekanntgabe der ersten Investments so: „Angesichts des beschleunigten technologischen und wirtschaftlichen Wandels ist ein kapitalstarkes Venture-Capital-Ökosystem heute mehr denn je Voraussetzung für nachhaltige Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit.“

Der Schulterschluss zwischen Unternehmen, Verbänden und politischen Akteuren unter der Win-Initiative markiere einen Meilenstein für die Entwicklung des Venture-Capital-Ökosystems, ist Wintels überzeugt. „Dank gemeinsamer Anstrengungen und gezielter Reformen schaffen wir mehr Wachstum und Innovation, bringen frisches Kapital in den Markt und fördern zukunftsfähige Technologien.“

Nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers des Fondsverbands BVI, Thomas Richter, sind jedoch weitere Maßnahmen nötig, damit noch mehr Kapital deutscher Anleger in heimische Projekte fließt. „Dafür braucht es vor allem mehr Fondsmanager in Deutschland. Das deutsche Steuerrecht führt jedoch weiterhin zu Wettbewerbsnachteilen für den Finanzstandort Deutschland“, kommentiert Richter die Veröffentlichung des ersten Jahresreport der Initiative.

Das Standortfördergesetz habe zwar die Zügel gelockert, aber Asset Manager „brauchen Rechtssicherheit bei der Abgrenzung von Vermögensverwaltung und gewerblicher Tätigkeit. Nur so lassen sich bestehende Wettbewerbsnachteile beseitigen und mehr privates Kapital nach Deutschland lenken.“

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