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18. Januar 2025

Raluca Jochmann, Head of Private Markets Solutions, Allianz Global Investors und Florian Liegler, Senior Portfolio Manager, Allianz Global Investors.

Evergreen- und semi-liquide Fonds gewinnen stark an Bedeutung: Allein in den ersten zwei Monaten des Jahres wurden bereits 30 Fonds aufgelegt, womit der Markt laut Preqin auf Rekordkurs liegt. [1] Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fondsmanager, da Evergreens im Gegensatz zu Closed-end-Fonds ein durchgängiges, dynamisches Liquiditäts- und Portfoliomanagement über den gesamten Fondslebenszyklus erfordern. Robustes Liquiditätsmanagement wird dabei zum zentralen Erfolgsfaktor.

Im Vergleich zu Closed-end-Fonds stellen Evergreens höhere Anforderungen an das Liquiditätsmanagement: Bereits die Portfoliomodellierung muss zusätzliche, dynamisch anzupassende Annahmen zu Liquiditätsquoten, Kapitalflüssen und Investitionen berücksichtigen. Ergänzt durch intensiveres Stress-Testing ermöglicht ein detailliertes Portfoliomodell ein robustes Liquiditätsmanagement über Aufbau- und Langfristphase hinweg.

Zu Beginn des Fondslebenszyklus ist eine effiziente Gestaltung der Ramp‑up‑Phase zentral, um Renditeverluste durch den verzögerten Portfolioaufbau zu begrenzen. Dafür stehen dem Portfoliomanagement Maßnahmen sowohl im liquiden als auch im Private‑Markets‑Portfolio zur Verfügung. Im liquiden Portfolio können renditestärkere Anlagen genutzt werden, sofern sie den Liquiditätsanforderungen entsprechen, etwa bereits investierte Evergreen‑Lösungen aus dem Private‑Markets‑Bereich mit bekanntem Investment‑ und Liquiditätsprofil. Auch die übrigen liquiden Mittel lassen sich so steuern, dass Risiko, Rendite und kurze Anlagehorizonte ausgewogen berücksichtigt werden, da Aktien zu volatil und reine Geldmarktanlagen häufig zu wenig renditestark sind. Im Private‑Markets‑Portfolio beschleunigen Instrumente wie Warehousing über die Bilanz des Asset Managers, Co‑ und Direktinvestments mit schnelleren Kapitalabrufen sowie der gezielte Einsatz von Secondaries den Portfolioaufbau, reduzieren die J‑Curve und verbessern die initiale Diversifikation. Darüber hinaus beeinflusst der Zeitpunkt der Zeichnung von Primaries den Aufbau: Frühzeitige Commitments können zwar Gebührenvorteile bieten, gehen jedoch oft mit längeren Kapitalabrufphasen einher.

Für Private-Markets-Anleger ist ein langfristiger Anlagehorizont entscheidend, der eine durchgängige Fondsbetreuung erfordert. Wesentlich ist dabei die Balance von Performance und Liquidität eines heterogenen Portfolios mit unterschiedlichen Laufzeiten, Profilen und Strukturen – etwa zwischen Eigen- und Fremdkapital sowie Direkt- und Fonds-Investments. Diese Vielfalt ermöglicht eine gezielte Liquiditätssteuerung. Ergänzt wird dies durch ein ausreichend dimensioniertes liquides Portfolio sowie ein kontinuierliches Liquiditätsrisikomanagement mit regelmäßigen Szenarioanalysen und Stresstests, in die laufend neue Daten und externe Schocks einfließen, um die Robustheit des Portfolios zu bewerten und die Steuerung gezielt anzupassen.

Neben den strukturellen Liquiditätsanforderungen werden Evergreen-Fonds zusätzlich durch aktuelle Marktveränderungen und das Investorenverhalten beeinflusst. Eine breite Diversifikation, ein moderates Risikoprofil und der Fokus auf Resilienz bilden die Grundlage für ein reduziertes Verlustrisiko und langfristig attraktive Erträge. Ebenso bedeutend ist die kontinuierliche Information und Aufklärung der Anleger über die Langfristigkeit und Illiquidität der Anlage, um sicherzustellen, dass sich vor allem Investoren angesprochen fühlen, für die Evergreen-Strukturen in die Gesamtvermögensplanung passen. Zur Stabilität trägt außerdem eine diversifizierte Investorenbasis über Kundensegmente und Regionen hinweg bei, da unterschiedliche Reaktionsmuster auf Marktbewegungen das Liquiditätsprofil des Fonds ausgleichen. Etablierte Liquiditätsschutzmechanismen wie Mindesthaltedauern, Kündigungsfristen und begrenzte Rücknahmen pro Quartal steuern Liquiditätsbedarfe und schützen verbleibende Investoren vor „forced selling“. Credit Facilities erweitern den kurzfristigen Handlungsspielraum, während Sekundärmarkttransaktionen als ergänzendes Instrument im Ausnahmefall mittelfristig Liquidität schaffen können.

Insgesamt erfordern Evergreen-Fonds also über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ein adaptives, ganzheitliches Liquiditätsmanagement, bei dem im Langfristzustand das ausgewogene Zusammenspiel von Performance, Risiko und Liquidität im Mittelpunkt steht.

[1] Preqin, Evergreen funds set off at record-breaking pace in 2026, https://www.preqin.com/news/evergreen-funds-set-off-at-record-breaking-pace-in-2026, Februar 2026.

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