Investoren
11. Mai 2026

America Last: Geopolitik beeinflusst regionale Anlagequoten

Laut Nuveen-Umfrage reduzieren Anleger ihr US-Exposure. Anleger wollen mehr in Europa, aber auch in Asien investieren.

Das geopolitische Geschehen bleibt nicht ohne Wirkung auf die geografische Allokation. Wie die aktuelle Equilibrium-Studie von Nuveen zeigt, dass Investoren ihr geografisches Engagement mit Blick auf Konzentrationsrisiken überdenken. Eine komplette Neuausrichtung findet allerdings nicht statt. Vielmehr handelt es sich laut den Studienautoren um „Feinjustierungen“. Die Studie basiert auf Angaben von 800 institutionellen Investoren aus dem Zeitraum Oktober bis November 2025. 80 der 800 Investoren sind in Deutschland ansässig und kommen auf ein verwaltetes Vermögen von insgesamt 1,3 Billionen Euro.

97 Prozent der deutschen Institutionen haben ihre Portfolios aufgrund handels- und geopolitischer Turbulenzen und Marktvolatilität angepasst. Für 69 Prozent bedeutet dies eine Anpassung ihrer regionalen Allokation, für 44 Prozent eine Erhöhung der Liquidität und für 42 Prozent eine Anpassung der Sektorallokation. Ein knappes Drittel will zudem auch weniger zum US-Dollar exponiert sein.

Von den deutschen Anlegern, die ihre regionalen Allokationen anpassen, reduzieren 72 Prozent ihr US-Engagement, während 53 Prozent verstärkt in Europa investieren. Elf Prozent planen allerdings ihre größte regionale Erhöhung in den USA. Zudem planen mehr Anleger Erhöhungen von China und Japan als Reduzierungen. Für Großbritannien ist es umgekehrt. Dem Ergebnis zu den USA entspricht, dass zwei Drittel der deutschen Investoren erwarten, dass die US-Dominanz an den Kapitalmärkten abnimmt. Ein wichtiges Ergebnis ist zudem, dass die Anleger mehrheitlich (83 Prozent) nur moderate Anpassungen ihrer regionalen Strategie vornehmen.

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