Systemrelevanz suchen und finden
Palladio-Investorentag beleuchtet Infrastruktur aus systemischer Sicht. Sicherheit, Flexibilisierung und Wachstum im Fokus.
Die Asset-Klasse Infrastruktur hat eine lange Reise hinter sich – und strebt nun neue Ziele an. Dies wurde nicht zuletzt auf dem Investorentag von Palladio Partners offenkundig. Auf der Frankfurter Veranstaltung gab sich neben zahlreichen Anlegern auch die Mitgründerin des Infrastruktur-Managers Meridiam, Julia Prescot, die Ehre.
Prescot erinnerte zunächst an die Anfänge ihrer Infrastruktur-Karriere: „Damals verfolgten Investoren mit Infrastruktur das Ziel, ein Diversifikationselement zu ihren Staatsanleihen im Portfolio aufzubauen.“ Heute nutzen Investoren die Asset-Klasse immer noch als Diversifikator und schätzen ebenfalls nach wie vor die Risk-adjusted Returns. Diese realisieren sich insbesondere, wenn die Assets einen gesellschaftlichen Nutzen haben. Auf der gesellschaftlichen Ebene sind derzeit jedoch Änderungen zu beobachten. Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben aus Sicht von Julia Prescot dafür gesorgt, dass Infrastruktur-Assets in diesen Zeiten die folgenden drei Ziele verfolgen: Sicherheit im Sinne von Resilienz, für die Dekarbonisierung ein Energiesystem mit mehr Flexibilität und drittens soll Infrastruktur für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sorgen. Für den dritten Punkt nennt Prescot als Stichwort „AI“.
Investieren mit Seiner Majestät
Ein Beispiel-Asset für die Flexibilisierung des Energiesystems, aber auch für Resilienz, ist für Prescot Neu-Connect, also das sich noch im Bau befindliche Unterwasserkabel zwischen England und Deutschland, das ab 2028 als Strom-Interkonnektor dienen soll. Prescot, ihres Zeichens Commander of the Order of the British Empire, erwähnte, dass Neu-Connect auch das Wohlwollen von König Charles III. hat. Im Bundestag adelte Seine Majestät Neu-Connect: „Angesichts so vieler gemeinsamer Herausforderungen übernehmen das Vereinigte Königreich und Deutschland gemeinsam eine Führungsrolle, um unsere gemeinsame Zukunft zu sichern.“ Zu den Co-Investoren der Stromverbindung zählen die Allianz und Palladio Partners.
Die Bedeutung von Resilienz betonte ebenfalls Dr. Bernd Kreuter, Mitgründer und Managing Partner von Palladio. Er verwies zunächst darauf, dass sich die Asset-Klasse zwischen Überregulierung und politischer Disruption behaupten muss. „Wichtig ist darum“, so Kreuter, „Investments auszuwählen, die eine klare Systemrelevanz aufweisen.“ Eindeutig gegeben ist diese bei der Netzinfrastruktur.
Prescot und Kreuter sind dem Thema Infrastruktur auch noch auf anderer Ebene verbunden. Anfang dieses Jahres bestätigte die britische National Infrastructure and Service Transformation Authority, kurz NISTA, die Ernennung Julia Prescots zur neuen Vorsitzenden ihres Expertenbeirats. Bernd Kreuter ist im Vorstand der Initiative Deutsche Infrastruktur, IDI.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Energiewende | Infrastruktur / Infrastructure Equity
In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar