Staatsanleihen bleiben gefragt
Institutionelle Anleger kaufen auch weiterhin weltweit Staatsanleihen. Welche Länder dabei zunehmend im Fokus stehen, zeigt eine Analyse.
Institutionelle Kunden von Universal Investment kaufen auch weiterhin weltweit Staatsanleihen. Das zeigt eine Auswertung der Fonds-Service-Plattform. Demnach summierten sich die Gesamtanlagen in Staatsanleihen dort im ersten Quartal 2026 auf knapp 75,95 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich ist das ein Plus von 8,1 Prozent. Im Vorjahr hatte der Bestand einen Wert von 70,24 Milliarden Euro gehabt.
Alles in allem gibt Universal Investment das investierte Gesamtvolumen auf seiner Plattform mit 656,8 Milliarden Euro an. Das sind rund 6,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr (616,9 Milliarden Euro). Demnach kletterte die Staatsanleihenquote binnen Jahresfrist von 11,3 auf 11,5 Prozent.
Anleger stoßen US-Treasurys ab
Die Top-10-Emittenten haben sich in der Zwischenzeit nicht verändert, aber der Anteil der USA bei dieser traditionellen Anlageklasse verringerte sich weiter. „Im gegenwärtigen Marktumfeld werden US-Treasuries differenzierter beurteilt, während der Wert der Staatsanleihen in den Portfolios unserer Kunden insgesamt weiter ansteigt“, erläutert Mathias Heiß, Deutschland-Chef von Universal Investment.
Die Gewichtung Deutschlands wuchs auf 21,46 Milliarden Euro. Prozentual besonders stark zulegen konnten die Emissionen staatsnaher Organisationen wie Förderbanken oder Supranationals sowie die Allokationen in Staatsanleihen aus Spanien und Österreich.
Für Großanleger sind Staatsanleihen seit der Zinswende 2022 wieder attraktiv. Während Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren derzeit eine Umlaufrendite (Yield to maturity) von 3,10 Prozent (vor einem Jahr: 3,03 Prozent) bieten, rentieren die laufzeitkongruenten Titel aus Österreich mit 3,36 Prozent (i.V.: 3,09 Prozent) und Spanien mit 3,53 Prozent (3,32 Prozent) deutlich darüber. Damit dürften die vergleichsweise risikoarmen Staatsanleihen die Rechnungszinsen der hiesigen Versicherungen und Pensionskassen übertreffen, was sich in steigenden Anlagequoten widerspiegelt.
Der Bestand aller Anleihen auf der Plattform von Universal Investment beträgt laut den aktuellen Angaben 259,1 Milliarden Euro – das entspricht einem Anteil von 39,4 Prozent des investierten Gesamtvolumens. Im Vorjahr sind es 242,0 Milliarden Euro gewesen. Auf Anleihen entfielen damals 39,2 Prozent der Assets.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Staatsanleihen
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